Auktionsarchiv: Los-Nr. 310

Beschreibung: Spitzweg, Carl 1808

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Beschreibung: Spitzweg, Carl 1808

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Beschreibung: Spitzweg, Carl 1808 München - 1885 ebenda Berglandschaft mit Liebespaar (Jäger und Mädchen) R. u. mit S im Rhombus bezeichnet. Auf dem Keilrahmen alte handschriftliche Bezeichnung "Spitzweg. Eigenthum von Sophie und Margarethe Bayer". Öl auf Papier auf Lwd. 51,2 x 55,1 cm. Min. besch. Rest. Rahmen. Es handelt sich bei vorliegendem Gemälde um die im eigenhändigen Verkaufsverzeichnis des Künstlers aufgeführte "Alpenscene (liebendes Paar)", die Spitzweg im März 1863 an den Prager Kaufmann Bayer verkauft hat. Carl Spitzweg hat schon früh die Felsenschlucht als Bildthema für sich entdeckt und bis in sein hohes Alter beschäftigte er sich immer wieder mit diesem Bildgegenstand. Von seinen Reisen und Wanderungen kannte er die Felsenschluchten der bayerischen und österreichischen Alpen aus eigener Anschauung. Besonders beeindruckten ihn die steilen, zerklüfteten Felswände, die verschatteten Lichtsituationen und der starke Kontrast zwischen dem Dunkel der Schlucht und dem darüber sich spannenden Himmel. Begeistert äußerte er sich nach einer gemeinsamen Wanderung mit Eduard Schleich im Jahre 1848: "Felsenungeheuer [...], erinnern an Märchen, worin Berggeister Rollen spielen und verengen den Weg in der schauerlich schönen Schlucht." In der reifen Schaffenszeit des Künstlers, in welcher auch vorliegendes Gemälde entstand, wandelte sich die Darstellung des Themas von einer unheimlich dräuenden "Wolfsschlucht" (im Sinne von Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz", die Spitzweg besonders schätzte) zu einem Hohlweg, der durch einzelne Sennerinnen, Mäher und Mäherinnen und - wie im vorliegenden Fall - durch eine Magd, die sich an die Schulter eines Jägers lehnt, belebt wird. Carl Spitzweg schuf mit dem vorliegenden, für sein Schaffen ungewöhnlich großformatigen Gemälde jedoch nicht nur ein Abbild der in der Natur vorzufindenden Situation. Die dunkle, drohende Schlucht und die über ihr kreisenden Vögel im gewittrigen Himmel stehen kompositionell in bewusstem Gegensatz zum auf sonnenbeschienenem Weg wandernden, sein junges Glück genießenden Paar. Die Ungewissheit der gemeinsamen Zukunft könnte nicht eindrucksvoller als Bildgedanke formuliert werden. In den ersten beiden Strophen von Carl Spitzwegs Gedicht "Lebens-Alpenfahrt" formuliert der Künstler nachdenklich Stets wandeln wir dem Abgrund dicht, Wo Tief und Dunkel schrecken, Aus dem ein Tod und letzt Gericht Die Drachenhälse recken! Wir wandeln, ahnen nicht Gefahr. So sorglos hin wie Kinder. Da strauchelst du und gleitest gar Und gleitest ab geschwinder! ... um sogleich - seiner vielgerühmten Wesensart entsprechend - den Lesern zu vermitteln, dass einzig Humor in vergleichbaren Lebenssituationen Rettung verspricht. Provenienz: 1863 von Kaufmann Bayer, Prag, direkt vom Künstler erworben. - Sophie und Margarethe Bayer. - Norbert Nusser, Biberach a. d. Riss (1938) - Heinrich Nauer, Lindenberg. - Auktion Weinmüller, München, 2.-3. Juli 1942, Kat.-Nr. 568 (mit Abb.): Als Einlieferer ist der Familienname "Kendell" benannt. Die Überprüfung der Daten durch das "Projektteam Weinmüller" am Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, ergab keinen Hinweis auf unrechtmäßig erworbenes Eigentum. Käufer: Ludwig Steinhauser, München. - Galerie Thum, St. Gallen (1948). - Verkauf an Oberst J. Huber, St. Gallen (8. Oktober 1948). - Seitdem in Familienbesitz. Literatur: Roennefahrt, Günther, Carl Spitzweg Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle. München 1960, S. 176, WVZ-Nr. 395 und Abb. S. 43. - Kalckschmidt, Eugen, Carl Spitzweg und seine Welt. 4. Aufl. München 1966, S. 124, Abb. 89. - Wichmann, Siegfried, Carl Spitzweg Kunst, Kosten und Konflikte. Frankfurt a. M. / Berlin 1991, S. 327, Nr. 174 (der Eintrag in Spitzwegs Verkaufsverzeichnis). - Wichmann, Siegfried, Carl Spitzweg Verzeichnis der Werke - Gemälde und Aquarelle. Stuttgart 2002, S. 533, WVZ-Nr. 1478 (mit Abb.). Vgl. zum Bildthema Wichmann, Siegfried, Carl Spitzweg 1808-1885. Die

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Beschreibung: Spitzweg, Carl 1808 München - 1885 ebenda Berglandschaft mit Liebespaar (Jäger und Mädchen) R. u. mit S im Rhombus bezeichnet. Auf dem Keilrahmen alte handschriftliche Bezeichnung "Spitzweg. Eigenthum von Sophie und Margarethe Bayer". Öl auf Papier auf Lwd. 51,2 x 55,1 cm. Min. besch. Rest. Rahmen. Es handelt sich bei vorliegendem Gemälde um die im eigenhändigen Verkaufsverzeichnis des Künstlers aufgeführte "Alpenscene (liebendes Paar)", die Spitzweg im März 1863 an den Prager Kaufmann Bayer verkauft hat. Carl Spitzweg hat schon früh die Felsenschlucht als Bildthema für sich entdeckt und bis in sein hohes Alter beschäftigte er sich immer wieder mit diesem Bildgegenstand. Von seinen Reisen und Wanderungen kannte er die Felsenschluchten der bayerischen und österreichischen Alpen aus eigener Anschauung. Besonders beeindruckten ihn die steilen, zerklüfteten Felswände, die verschatteten Lichtsituationen und der starke Kontrast zwischen dem Dunkel der Schlucht und dem darüber sich spannenden Himmel. Begeistert äußerte er sich nach einer gemeinsamen Wanderung mit Eduard Schleich im Jahre 1848: "Felsenungeheuer [...], erinnern an Märchen, worin Berggeister Rollen spielen und verengen den Weg in der schauerlich schönen Schlucht." In der reifen Schaffenszeit des Künstlers, in welcher auch vorliegendes Gemälde entstand, wandelte sich die Darstellung des Themas von einer unheimlich dräuenden "Wolfsschlucht" (im Sinne von Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz", die Spitzweg besonders schätzte) zu einem Hohlweg, der durch einzelne Sennerinnen, Mäher und Mäherinnen und - wie im vorliegenden Fall - durch eine Magd, die sich an die Schulter eines Jägers lehnt, belebt wird. Carl Spitzweg schuf mit dem vorliegenden, für sein Schaffen ungewöhnlich großformatigen Gemälde jedoch nicht nur ein Abbild der in der Natur vorzufindenden Situation. Die dunkle, drohende Schlucht und die über ihr kreisenden Vögel im gewittrigen Himmel stehen kompositionell in bewusstem Gegensatz zum auf sonnenbeschienenem Weg wandernden, sein junges Glück genießenden Paar. Die Ungewissheit der gemeinsamen Zukunft könnte nicht eindrucksvoller als Bildgedanke formuliert werden. In den ersten beiden Strophen von Carl Spitzwegs Gedicht "Lebens-Alpenfahrt" formuliert der Künstler nachdenklich Stets wandeln wir dem Abgrund dicht, Wo Tief und Dunkel schrecken, Aus dem ein Tod und letzt Gericht Die Drachenhälse recken! Wir wandeln, ahnen nicht Gefahr. So sorglos hin wie Kinder. Da strauchelst du und gleitest gar Und gleitest ab geschwinder! ... um sogleich - seiner vielgerühmten Wesensart entsprechend - den Lesern zu vermitteln, dass einzig Humor in vergleichbaren Lebenssituationen Rettung verspricht. Provenienz: 1863 von Kaufmann Bayer, Prag, direkt vom Künstler erworben. - Sophie und Margarethe Bayer. - Norbert Nusser, Biberach a. d. Riss (1938) - Heinrich Nauer, Lindenberg. - Auktion Weinmüller, München, 2.-3. Juli 1942, Kat.-Nr. 568 (mit Abb.): Als Einlieferer ist der Familienname "Kendell" benannt. Die Überprüfung der Daten durch das "Projektteam Weinmüller" am Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, ergab keinen Hinweis auf unrechtmäßig erworbenes Eigentum. Käufer: Ludwig Steinhauser, München. - Galerie Thum, St. Gallen (1948). - Verkauf an Oberst J. Huber, St. Gallen (8. Oktober 1948). - Seitdem in Familienbesitz. Literatur: Roennefahrt, Günther, Carl Spitzweg Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle. München 1960, S. 176, WVZ-Nr. 395 und Abb. S. 43. - Kalckschmidt, Eugen, Carl Spitzweg und seine Welt. 4. Aufl. München 1966, S. 124, Abb. 89. - Wichmann, Siegfried, Carl Spitzweg Kunst, Kosten und Konflikte. Frankfurt a. M. / Berlin 1991, S. 327, Nr. 174 (der Eintrag in Spitzwegs Verkaufsverzeichnis). - Wichmann, Siegfried, Carl Spitzweg Verzeichnis der Werke - Gemälde und Aquarelle. Stuttgart 2002, S. 533, WVZ-Nr. 1478 (mit Abb.). Vgl. zum Bildthema Wichmann, Siegfried, Carl Spitzweg 1808-1885. Die

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