Auktionsarchiv: Los-Nr. 1630

Zasius, Ulrich Nüwe Stattrechten und Statuten

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
Auktionsarchiv: Los-Nr. 1630

Zasius, Ulrich Nüwe Stattrechten und Statuten

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
Beschreibung:

Mit den Holzschnitten von Hans Holbein dem Jüngeren Freiburg im Breisgau. - Nüwe Stattrechten und Statuten der loblichen Statt Fryburg im Pryszgow gelegen. 12 nn., XCVII num. Bl. Mit großem Titelholzschnitt und ganzseitigem Textholzschnitt verso Titel und zweifach gefalteter Holzschnitt-Tafel mit einem Arbor sanguinitatis von Hans Holbein d. J. sowie einigen Holzschnitt-Initialen. 28,5 x 19 cm. Halbpergament um 1740 (winzige Fehlstellen, beschabt). (Basel, Adam Petri, 1520). VD16 F 2540. STC 319. Panzer I, 994. Adams F 1004. Hieronymus 363. Stintzing-Landsberg I, 158. Stintzing, Zasius, 45 u. 157 ff. – Erste Ausgabe des Freiburger Stadtrechts, eines der wichtigsten und am häufigsten benutzten, rezipierten und kopierten Rechtsbücher des 16. Jahrhunderts. Verfasser war der aus Konstanz stammende große Humanist und studierte Jurist Ulrich Zäsy (1461-1535), der seinen Namen dann zu "Huldrichus" bzw. "Udalricus Zasius" latinisierte (siehe ADB XLIV, 708ff). In regem Austausch mit Erasmus von Rotterdam, den er 1518 kennengelernt hatte, verfasste er zahlreiche bedeutende Schriften, u. a. das vorliegende Freiburger Stadtrecht, das er am Wirkungsort des Erasmus, in Basel bei Adam Petri, drucken ließ. "Als Stadtgerichtsschreiber erhielt Zasius den Auftrag, das Freiburger Stadtrecht einer Reform zu unterziehen". Es trat dann 1520 in Kraft. "Als gesetzgeberische Leistung übertraf das Stadtrecht die übrigen zeitgenöss. Gesetzeswerke" (Conrad 11, 352 u. 370). Geschmückt wurde das Stadtrecht von keinem geringeren als dem genialen Basler Maler und Buchillustrator Hans Holbein d. J. (1497-1543). So zeigt der Titel das monumentale Wappen des Stadtrats Freiburg "Stemmata Brisgoi longo ordine tracta Friburgi Expressa ingenua gnaviter (sic, recte: graviter) arte vides. Candida liberas, fidei inconcussaque virtus / Clauduntur tacitis sic bene iuncta notis" (Motto darunter). Der prachtvolle ganzseitige Holzschnitt zeigt die Muttergottes mit dem Christuskind vor einem Muschelbaldachin zwischen den Heiligen Georg und Lambert, den Schutzpatronen der Stadt Freiburg, in einer Renaissanceumrahmung, am Bogen die Wappen Österreichs und Freiburgs, unten links in der Steinplatte des Bodens das Monogramm Holbeins "HH" für Hans Holbein Die große gefaltete Holzschnitt-Tafel zeigt einen Arbor consanguinitatis , einen von Holbein prachtvoll gestalteten Baum der "Sippschafft von vatter mag harrürend. Agnatio" und "Sippschafft von den wibern rürende. Cognatio". Der Baum in sehr naturnaher Darstellung mit dem traditionellen Christus-Medaillon in der Mitte des Stammes zwischen den direkten Verwandten in aufsteigender und absteigender Linie. "Dass Hans Holbein auch der Zeichner dieses bisher nur von Koegler beachteten Holzschnitts ist, wird bei einem Vergleich mit andern Baumdarstellungen in seinem Werk sogleich deutlich" (Hieronymus). – Titelblatt und wenige Blätter mit wenigen, sehr geschickten Randausbesserungen und neu angefalzt, minimale Fingerfleckchen, nur vereinzelt etwas gebräunt und braunfleckig, im Barock beschnitten, aber immer noch ein bemerkenswert breitrandiges, sehr schönes Exemplar mit allen drei großartigen Illustrationen (die in den meisten nachweisbaren Exemplaren im Handel der letzten Jahrzehnte fehlten), vollständig und sehr gut erhalten. Vorsatz mit alten Einträgen.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 1630
Beschreibung:

Mit den Holzschnitten von Hans Holbein dem Jüngeren Freiburg im Breisgau. - Nüwe Stattrechten und Statuten der loblichen Statt Fryburg im Pryszgow gelegen. 12 nn., XCVII num. Bl. Mit großem Titelholzschnitt und ganzseitigem Textholzschnitt verso Titel und zweifach gefalteter Holzschnitt-Tafel mit einem Arbor sanguinitatis von Hans Holbein d. J. sowie einigen Holzschnitt-Initialen. 28,5 x 19 cm. Halbpergament um 1740 (winzige Fehlstellen, beschabt). (Basel, Adam Petri, 1520). VD16 F 2540. STC 319. Panzer I, 994. Adams F 1004. Hieronymus 363. Stintzing-Landsberg I, 158. Stintzing, Zasius, 45 u. 157 ff. – Erste Ausgabe des Freiburger Stadtrechts, eines der wichtigsten und am häufigsten benutzten, rezipierten und kopierten Rechtsbücher des 16. Jahrhunderts. Verfasser war der aus Konstanz stammende große Humanist und studierte Jurist Ulrich Zäsy (1461-1535), der seinen Namen dann zu "Huldrichus" bzw. "Udalricus Zasius" latinisierte (siehe ADB XLIV, 708ff). In regem Austausch mit Erasmus von Rotterdam, den er 1518 kennengelernt hatte, verfasste er zahlreiche bedeutende Schriften, u. a. das vorliegende Freiburger Stadtrecht, das er am Wirkungsort des Erasmus, in Basel bei Adam Petri, drucken ließ. "Als Stadtgerichtsschreiber erhielt Zasius den Auftrag, das Freiburger Stadtrecht einer Reform zu unterziehen". Es trat dann 1520 in Kraft. "Als gesetzgeberische Leistung übertraf das Stadtrecht die übrigen zeitgenöss. Gesetzeswerke" (Conrad 11, 352 u. 370). Geschmückt wurde das Stadtrecht von keinem geringeren als dem genialen Basler Maler und Buchillustrator Hans Holbein d. J. (1497-1543). So zeigt der Titel das monumentale Wappen des Stadtrats Freiburg "Stemmata Brisgoi longo ordine tracta Friburgi Expressa ingenua gnaviter (sic, recte: graviter) arte vides. Candida liberas, fidei inconcussaque virtus / Clauduntur tacitis sic bene iuncta notis" (Motto darunter). Der prachtvolle ganzseitige Holzschnitt zeigt die Muttergottes mit dem Christuskind vor einem Muschelbaldachin zwischen den Heiligen Georg und Lambert, den Schutzpatronen der Stadt Freiburg, in einer Renaissanceumrahmung, am Bogen die Wappen Österreichs und Freiburgs, unten links in der Steinplatte des Bodens das Monogramm Holbeins "HH" für Hans Holbein Die große gefaltete Holzschnitt-Tafel zeigt einen Arbor consanguinitatis , einen von Holbein prachtvoll gestalteten Baum der "Sippschafft von vatter mag harrürend. Agnatio" und "Sippschafft von den wibern rürende. Cognatio". Der Baum in sehr naturnaher Darstellung mit dem traditionellen Christus-Medaillon in der Mitte des Stammes zwischen den direkten Verwandten in aufsteigender und absteigender Linie. "Dass Hans Holbein auch der Zeichner dieses bisher nur von Koegler beachteten Holzschnitts ist, wird bei einem Vergleich mit andern Baumdarstellungen in seinem Werk sogleich deutlich" (Hieronymus). – Titelblatt und wenige Blätter mit wenigen, sehr geschickten Randausbesserungen und neu angefalzt, minimale Fingerfleckchen, nur vereinzelt etwas gebräunt und braunfleckig, im Barock beschnitten, aber immer noch ein bemerkenswert breitrandiges, sehr schönes Exemplar mit allen drei großartigen Illustrationen (die in den meisten nachweisbaren Exemplaren im Handel der letzten Jahrzehnte fehlten), vollständig und sehr gut erhalten. Vorsatz mit alten Einträgen.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 1630
LotSearch ausprobieren

Testen Sie LotSearch und seine Premium-Features 7 Tage - ohne Kosten!

  • Auktionssuche und Bieten
  • Preisdatenbank und Analysen
  • Individuelle automatische Suchaufträge
Jetzt einen Suchauftrag anlegen!

Lassen Sie sich automatisch über neue Objekte in kommenden Auktionen benachrichtigen.

Suchauftrag anlegen