Auktionsarchiv: Los-Nr. 6045

Stirnbrand, Franz Seraph

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
Auktionsarchiv: Los-Nr. 6045

Stirnbrand, Franz Seraph

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
Beschreibung:

Bildnis des Dresdener Malers Carl Schmidt in dunklem Malermantel mit weißem Kragen. Öl auf Leinwand, doubliert. 63 x 50,5 cm. Verso auf der Leinwand signiert und datiert "Stirnbrand pinx. nach der Natur in Rom. 1824", sowie auf einem alten Klebeetikett auf dem Keilrahmen in brauner Feder von alter Hand bez. "Stirnbrand...Maler Schmid in Rom". Nach seiner Ausbildung an der Dresdener Akademie ging Carl (auch Carl Heinrich Wilhelm Schmidt am 12. November 1818 zusammen mit Friedrich Olivier nach Italien. Die beiden jungen Männer folgten Julius Schnorr von Carolsfeld der ein Jahr zuvor, im November 1817, auf Einladung des Lukasbundes gen Rom aufgebrochen war. Friedrich Oliviers und Carl Schmidts Freundschaft nahm während der Befreiungskriege ihren Anfang, als sie sich wie viele andere Freiwillige, beflügelt von der Idee einer deutschen Einheit, 1813 dem Lützowschen Freikorps anschlossen. Gemeinsam erreichten sie am 9. Dezember 1818 Rom, wo Olivier bei seinem Freund Schnorr in der Via Porta Pinciana 37 Unterkunft fand. Da Schmidt bei seinem zweiten Romaufenthalt 1823/24 ebenfalls an dieser Adresse wohnte (vgl. Heinrich Keller Elenco di tutti gli pittori, scultori, architetti […] esistenti in Roma l'anno 1824, Rom 1824, S. 37) darf man vermuten, dass er bereits 1818 in diesem Hause verkehrte. Über Schmidts Schaffen in Rom ist kaum etwas bekannt. Umso wertvoller ist deshalb das vorliegende Bildnis von Franz Seraph Stirnbrand das ihn als Mitglied des weitverzweigten Netzwerks deutscher Künstler in Rom dokumentiert. Das Porträt zeigt den Dresdner in traditionell schlichter Malerrobe vor dunklem Fond. Sein frisches Antlitz ist präzise und dennoch ohne Härte herausgearbeitet. Stirnbrand, bei Linz aufgewachsen und nur rudimentär in der Malerei ausgebildet, tat sich durch sein Talent als Porträtist hervor und sicherte sich die Gönnerschaft hochrangiger Auftraggeber, namentlich dem württembergischen Königshaus. Als er 1824 als etablierter Bildnismaler nach Rom gelangte, wurde er von Josef Anton Gegenbaur in den Kreis der Nazarener eingeführt. In diesem Zusammenhang dürfte er auch unseren Porträtierten Carl Schmidt kennengelernt haben. Nach seiner Rückkehr nach Dresden wurde Schmidt zum 2. Inspektor der Gemäldegalerie ernannt, ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung 1862 innehatte.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 6045
Beschreibung:

Bildnis des Dresdener Malers Carl Schmidt in dunklem Malermantel mit weißem Kragen. Öl auf Leinwand, doubliert. 63 x 50,5 cm. Verso auf der Leinwand signiert und datiert "Stirnbrand pinx. nach der Natur in Rom. 1824", sowie auf einem alten Klebeetikett auf dem Keilrahmen in brauner Feder von alter Hand bez. "Stirnbrand...Maler Schmid in Rom". Nach seiner Ausbildung an der Dresdener Akademie ging Carl (auch Carl Heinrich Wilhelm Schmidt am 12. November 1818 zusammen mit Friedrich Olivier nach Italien. Die beiden jungen Männer folgten Julius Schnorr von Carolsfeld der ein Jahr zuvor, im November 1817, auf Einladung des Lukasbundes gen Rom aufgebrochen war. Friedrich Oliviers und Carl Schmidts Freundschaft nahm während der Befreiungskriege ihren Anfang, als sie sich wie viele andere Freiwillige, beflügelt von der Idee einer deutschen Einheit, 1813 dem Lützowschen Freikorps anschlossen. Gemeinsam erreichten sie am 9. Dezember 1818 Rom, wo Olivier bei seinem Freund Schnorr in der Via Porta Pinciana 37 Unterkunft fand. Da Schmidt bei seinem zweiten Romaufenthalt 1823/24 ebenfalls an dieser Adresse wohnte (vgl. Heinrich Keller Elenco di tutti gli pittori, scultori, architetti […] esistenti in Roma l'anno 1824, Rom 1824, S. 37) darf man vermuten, dass er bereits 1818 in diesem Hause verkehrte. Über Schmidts Schaffen in Rom ist kaum etwas bekannt. Umso wertvoller ist deshalb das vorliegende Bildnis von Franz Seraph Stirnbrand das ihn als Mitglied des weitverzweigten Netzwerks deutscher Künstler in Rom dokumentiert. Das Porträt zeigt den Dresdner in traditionell schlichter Malerrobe vor dunklem Fond. Sein frisches Antlitz ist präzise und dennoch ohne Härte herausgearbeitet. Stirnbrand, bei Linz aufgewachsen und nur rudimentär in der Malerei ausgebildet, tat sich durch sein Talent als Porträtist hervor und sicherte sich die Gönnerschaft hochrangiger Auftraggeber, namentlich dem württembergischen Königshaus. Als er 1824 als etablierter Bildnismaler nach Rom gelangte, wurde er von Josef Anton Gegenbaur in den Kreis der Nazarener eingeführt. In diesem Zusammenhang dürfte er auch unseren Porträtierten Carl Schmidt kennengelernt haben. Nach seiner Rückkehr nach Dresden wurde Schmidt zum 2. Inspektor der Gemäldegalerie ernannt, ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung 1862 innehatte.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 6045
LotSearch ausprobieren

Testen Sie LotSearch und seine Premium-Features 7 Tage - ohne Kosten!

  • Auktionssuche und Bieten
  • Preisdatenbank und Analysen
  • Individuelle automatische Suchaufträge
Jetzt einen Suchauftrag anlegen!

Lassen Sie sich automatisch über neue Objekte in kommenden Auktionen benachrichtigen.

Suchauftrag anlegen