Schumann, Robert, Komponist (1810-1856). Eigh. Brief m. U. "Robert Schumann". 4 S., eng beschrieben. Gr. 4to. Heidelberg 6.VIII.1829. An seinen Vormund, den Eisenwarenhändler Johann Gottlob Rudel in Leipzig, der ihm 100 Taler gesandt, aber moniert hatte, daß der 19jährige Student zu aufwendig lebe. In vorliegendem, äußerst umfangreichen Brief rechnet Schumann in allen Einzelheiten vor, welche Fixkosten er habe und daß er jeweils die niedrigstmöglichen Ausgaben anstrebe. So liefert er eine Aufstellung seiner Kosten in Heidelberg im letzten halben Jahr: "Hausmiethe auf ein halbes Jahr: 50 fl. - Flügelmiethe: 30 fl. - Collegien: 60 fl. - Mittagsessen à 36 Kreuzer: 110 fl. 18 Kreuzer. - Abendessen à 24 Kreuzer: 72 fl. 18 Kr. - Frühstück à 6 Kreuzer: 18 fl. 18 Kr. - Sodann: Stiefelwichser, Aufwartung auf ein halbes Jahr: 12 fl. - Schuhmacher, Wäscher: 24 fl. - Bier per Tag eine Flasche: 20 fl. 24 Kr. - Bücher: 20 fl. - Immatriculation: 14 fl. - Summa: 431 fl. 18 Kr.". Rechnet dann Reisekosten und andere Ausgaben vor und erklärt, daß er von der "obervormundschaftl. Behörde" gezwungen worden sei, 180 Taler Schulden zu machen. "... Glauben Sie mir gewiß, daß es mir selber am unangenehmsten ist, ewig um Geld zu betteln, wenn es anders ginge. - Möchten Sie, verehrtester Herr Rudel, es nicht als trotzigen Einspruch gegen Ihren wohlmeinenden Rath ansehen, wenn ich Ihnen auf den zweiten Punct Ihres Briefes Einiges entgegne. Alle studirenden Ausländer, die nach Heidelberg gehen, zieht außer den guten, berühmten Professoren, Heidelbergs schöne Lage selbst u. dem vermeinten, guten Leben auch die naheliegende Schweiz u. Italien an. Sie u. meine Mutter wißen, daß diese Reise gleich nach meiner Abreise von Leipzig in meinem Plane lag ...". Erörtert nochmals ausführlich seine Vorhaben und künftigen Kosten und bemerkt: "... Der Schneckengang der Sächsischen Gerichte ist zu bekannt, als daß ich zweifeln sollte, daß sie sich über meine Mündigsprechung gerade so lange berathen u. deliberiren werden, wenn ich es schon ordentlich-juristisch bin ...". Der junge Künstler unterzeichnet als "Ew Wohlgeboren gehorsamst-ergebener Robert Schumann". - Gebräunt; Faltenrisse teils alt restauriert.
Schumann, Robert, Komponist (1810-1856). Eigh. Brief m. U. "Robert Schumann". 4 S., eng beschrieben. Gr. 4to. Heidelberg 6.VIII.1829. An seinen Vormund, den Eisenwarenhändler Johann Gottlob Rudel in Leipzig, der ihm 100 Taler gesandt, aber moniert hatte, daß der 19jährige Student zu aufwendig lebe. In vorliegendem, äußerst umfangreichen Brief rechnet Schumann in allen Einzelheiten vor, welche Fixkosten er habe und daß er jeweils die niedrigstmöglichen Ausgaben anstrebe. So liefert er eine Aufstellung seiner Kosten in Heidelberg im letzten halben Jahr: "Hausmiethe auf ein halbes Jahr: 50 fl. - Flügelmiethe: 30 fl. - Collegien: 60 fl. - Mittagsessen à 36 Kreuzer: 110 fl. 18 Kreuzer. - Abendessen à 24 Kreuzer: 72 fl. 18 Kr. - Frühstück à 6 Kreuzer: 18 fl. 18 Kr. - Sodann: Stiefelwichser, Aufwartung auf ein halbes Jahr: 12 fl. - Schuhmacher, Wäscher: 24 fl. - Bier per Tag eine Flasche: 20 fl. 24 Kr. - Bücher: 20 fl. - Immatriculation: 14 fl. - Summa: 431 fl. 18 Kr.". Rechnet dann Reisekosten und andere Ausgaben vor und erklärt, daß er von der "obervormundschaftl. Behörde" gezwungen worden sei, 180 Taler Schulden zu machen. "... Glauben Sie mir gewiß, daß es mir selber am unangenehmsten ist, ewig um Geld zu betteln, wenn es anders ginge. - Möchten Sie, verehrtester Herr Rudel, es nicht als trotzigen Einspruch gegen Ihren wohlmeinenden Rath ansehen, wenn ich Ihnen auf den zweiten Punct Ihres Briefes Einiges entgegne. Alle studirenden Ausländer, die nach Heidelberg gehen, zieht außer den guten, berühmten Professoren, Heidelbergs schöne Lage selbst u. dem vermeinten, guten Leben auch die naheliegende Schweiz u. Italien an. Sie u. meine Mutter wißen, daß diese Reise gleich nach meiner Abreise von Leipzig in meinem Plane lag ...". Erörtert nochmals ausführlich seine Vorhaben und künftigen Kosten und bemerkt: "... Der Schneckengang der Sächsischen Gerichte ist zu bekannt, als daß ich zweifeln sollte, daß sie sich über meine Mündigsprechung gerade so lange berathen u. deliberiren werden, wenn ich es schon ordentlich-juristisch bin ...". Der junge Künstler unterzeichnet als "Ew Wohlgeboren gehorsamst-ergebener Robert Schumann". - Gebräunt; Faltenrisse teils alt restauriert.
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