Auktionsarchiv: Los-Nr. 75

POSSENHOFEN – PLÄNE ZUM UMBAU DES HERZOGLICHEN SCHLOSSES IN POSSENHOFEN.

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
Auktionsarchiv: Los-Nr. 75

POSSENHOFEN – PLÄNE ZUM UMBAU DES HERZOGLICHEN SCHLOSSES IN POSSENHOFEN.

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Beschreibung:

Acht Blätter mit Rissen und Schnitten in Tinte, Bleistift und Aquarellfarben, gezeichnet von E. von Riedel. Nicht dat. (um oder bald nach 1853). Verschied. Formate. (99)
Originalentwürfe Eduard von Riedels. – Das in seinem Kern aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammende Schloß wurde im Jahr 1834 von Herzog Max in Bayern, dem "Zithermaxl", erworben. Seine Tochter, die spätere österreichische Kaiserin Elisabeth ("Sisi", geboren 1837), verbrachte in diesem Schloß ihre Jugendjahre. Über den Umbau des Gebäudes, das zuvor nur aus einem kubischen Walmdachbau mit vier quergestellten Ecktürmen bestand, das Alte Schloß, ist nur wenig Konkretes bekannt. Noch vor 1840 war der Hufeisenbau genannte Teil westlich des Alten Schlosses errichtet worden, zunächst als zweigeschossige dreiflügelige Anlage. Ein weiteres Obergeschoß wurde erst um 1900 aufgesetzt. Die Neugestaltung der Fassaden beider Bauteile im Geschmack der Zeit und die Errichtung einer die Trakte verbindenden Schloßkapelle erfolgte etwa zwischen 1853 und 1860. Aus dieser Bauperiode stammen auch die vorliegenden Pläne. Sie dürften eine frühe Planungsphase dokumentieren, weil sie mehrere Abweichungen zur Ausführung zeigen. Da insbesondere die Risse zur Schloßkapelle, die um 1854 nach Plänen von Daniel Ohlmüller errichtet worden ist, hier in mehreren Varianten vorliegen, ist eine Datierung des gesamten Plansatzes vor Ausführung der Kapelle wahrscheinlich. Darauf deutet auch ein 1853 datiertes Wasserzeichen hin, das einer der Pläne aufweist. Eine perspektivische Ansicht des Schlosses ist von dem bekannten Architekten und Baubeamten Eduard von Riedel (1813-1885) signiert. In dem Zeitraum, in dem unsere Entwürfe am wahrscheinlichsten entstanden sind, war Riedel Professor am Polytechnikum in München (1852-57); 1853 wurde er zum Hofbauinspektor ernannt, und in dieser Funktion hat er den Plan auch signiert. Possenhofen dürfte damit wohl der erste größere Auftrag Riedels als Hofbauinspektor gewesen sein. Ihm oblag die Leitung des Umbaus, die einzelnen Planungen waren wohl verschiedenen Architekten übertragen worden, darunter Ohlmüller. Die in unseren Plänen vorgesehenen Fassadenumgestaltungen sind größtenteils umgesetzt worden. Die meist der Romanik und Gotik entlehnten Dekorformen verleihen dem Schloß seine "romantische" Erscheinung, mit Anklängen an den in dieser Zeit in Bayern vorherrschenden Maximilianstil. Auch sehen die Planungen bereits ein drittes Stockwerk des Hufeisenbaus vor, weiterhin einen zweigeschossigen Anbau mit Dachterrasse am nördlichen Ende des westlichen Traktes. – Folgende Pläne liegen vor: a) Perspektivische Gesamtansicht des Schlosses von Nordosten mit Garten und Fontänenbrunnen, weiterhin ein Aufriß der Nordfassade des gesamten Schlosses und drei kleine Entwürfe für die Schloßkapelle mit zwei Fassaden-Varianten und einem Grundriß; die große Ansicht signiert von Riedel. b) Perspektivische Gesamtansicht wie zuvor, aber nicht signiert, dazu zwei Grundrisse der Schloßkapelle (auf Papier mit Wasserzeichen: "J. Whatman Turkey Mill 1853"). c) Nordwesttrakt des Hufeisenbaus, kleiner Aufriß der Fassade. d) Balkon am südöstlichen Turm des Alten Schlosses, zwei Aufrisse und ein Grundriß. e) Fontäne mit umgebenden Rabatten (aquarelliert), am Rand eine kleine Bleistiftskizze. f) Fontäne mit umgebenden Rabatten, wie zuvor, aber ohne weitere Skizze. g) Schloßkapelle, Fassade und Grundriß. h) "Plan über Vergrösserung der Kapelle im herzoglichen Schloss zu Possenhofen" mit Längsschnitt, Querschnitt der Apsis und Grundriß einschließlich der näheren Umgebung. Weiterhin ein handschriftliches Blatt auf vorgedrucktem lithographierten Formular mit einem Kostenvoranschlag, eigenhändig erstellt und signiert von Riedel: "Specieller Anschlag über die Herstellung eines doppelten Balkons an dem südöstlichen Thurm des Herzogl. Schlosses zu Possenhofen" (auf Papier mit Wasserzeichen "S. Egger"). Alle Bl. gerollt, vereinzelt mit Randeinrissen und Knicken, gering gebräunt und kaum fleckig. Plans to the rebuild of the ducal castle at Possenhofen. Eight leaves with tears and cuttings in ink, pencil and watercolours, designed by E. von Riedel. No

Auktionsarchiv: Los-Nr. 75
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Acht Blätter mit Rissen und Schnitten in Tinte, Bleistift und Aquarellfarben, gezeichnet von E. von Riedel. Nicht dat. (um oder bald nach 1853). Verschied. Formate. (99)
Originalentwürfe Eduard von Riedels. – Das in seinem Kern aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammende Schloß wurde im Jahr 1834 von Herzog Max in Bayern, dem "Zithermaxl", erworben. Seine Tochter, die spätere österreichische Kaiserin Elisabeth ("Sisi", geboren 1837), verbrachte in diesem Schloß ihre Jugendjahre. Über den Umbau des Gebäudes, das zuvor nur aus einem kubischen Walmdachbau mit vier quergestellten Ecktürmen bestand, das Alte Schloß, ist nur wenig Konkretes bekannt. Noch vor 1840 war der Hufeisenbau genannte Teil westlich des Alten Schlosses errichtet worden, zunächst als zweigeschossige dreiflügelige Anlage. Ein weiteres Obergeschoß wurde erst um 1900 aufgesetzt. Die Neugestaltung der Fassaden beider Bauteile im Geschmack der Zeit und die Errichtung einer die Trakte verbindenden Schloßkapelle erfolgte etwa zwischen 1853 und 1860. Aus dieser Bauperiode stammen auch die vorliegenden Pläne. Sie dürften eine frühe Planungsphase dokumentieren, weil sie mehrere Abweichungen zur Ausführung zeigen. Da insbesondere die Risse zur Schloßkapelle, die um 1854 nach Plänen von Daniel Ohlmüller errichtet worden ist, hier in mehreren Varianten vorliegen, ist eine Datierung des gesamten Plansatzes vor Ausführung der Kapelle wahrscheinlich. Darauf deutet auch ein 1853 datiertes Wasserzeichen hin, das einer der Pläne aufweist. Eine perspektivische Ansicht des Schlosses ist von dem bekannten Architekten und Baubeamten Eduard von Riedel (1813-1885) signiert. In dem Zeitraum, in dem unsere Entwürfe am wahrscheinlichsten entstanden sind, war Riedel Professor am Polytechnikum in München (1852-57); 1853 wurde er zum Hofbauinspektor ernannt, und in dieser Funktion hat er den Plan auch signiert. Possenhofen dürfte damit wohl der erste größere Auftrag Riedels als Hofbauinspektor gewesen sein. Ihm oblag die Leitung des Umbaus, die einzelnen Planungen waren wohl verschiedenen Architekten übertragen worden, darunter Ohlmüller. Die in unseren Plänen vorgesehenen Fassadenumgestaltungen sind größtenteils umgesetzt worden. Die meist der Romanik und Gotik entlehnten Dekorformen verleihen dem Schloß seine "romantische" Erscheinung, mit Anklängen an den in dieser Zeit in Bayern vorherrschenden Maximilianstil. Auch sehen die Planungen bereits ein drittes Stockwerk des Hufeisenbaus vor, weiterhin einen zweigeschossigen Anbau mit Dachterrasse am nördlichen Ende des westlichen Traktes. – Folgende Pläne liegen vor: a) Perspektivische Gesamtansicht des Schlosses von Nordosten mit Garten und Fontänenbrunnen, weiterhin ein Aufriß der Nordfassade des gesamten Schlosses und drei kleine Entwürfe für die Schloßkapelle mit zwei Fassaden-Varianten und einem Grundriß; die große Ansicht signiert von Riedel. b) Perspektivische Gesamtansicht wie zuvor, aber nicht signiert, dazu zwei Grundrisse der Schloßkapelle (auf Papier mit Wasserzeichen: "J. Whatman Turkey Mill 1853"). c) Nordwesttrakt des Hufeisenbaus, kleiner Aufriß der Fassade. d) Balkon am südöstlichen Turm des Alten Schlosses, zwei Aufrisse und ein Grundriß. e) Fontäne mit umgebenden Rabatten (aquarelliert), am Rand eine kleine Bleistiftskizze. f) Fontäne mit umgebenden Rabatten, wie zuvor, aber ohne weitere Skizze. g) Schloßkapelle, Fassade und Grundriß. h) "Plan über Vergrösserung der Kapelle im herzoglichen Schloss zu Possenhofen" mit Längsschnitt, Querschnitt der Apsis und Grundriß einschließlich der näheren Umgebung. Weiterhin ein handschriftliches Blatt auf vorgedrucktem lithographierten Formular mit einem Kostenvoranschlag, eigenhändig erstellt und signiert von Riedel: "Specieller Anschlag über die Herstellung eines doppelten Balkons an dem südöstlichen Thurm des Herzogl. Schlosses zu Possenhofen" (auf Papier mit Wasserzeichen "S. Egger"). Alle Bl. gerollt, vereinzelt mit Randeinrissen und Knicken, gering gebräunt und kaum fleckig. Plans to the rebuild of the ducal castle at Possenhofen. Eight leaves with tears and cuttings in ink, pencil and watercolours, designed by E. von Riedel. No

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