Auktionsarchiv: Los-Nr. 3222

Janssen, Horst

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
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Janssen, Horst

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Beschreibung:

Mit Selbstporträt und einer parodierenden Widmung von Horst Janssen Janssen, Horst. Radierungen. Landschaften. 2 Bände. (Hrsg. auf Initiative von Joachim C. Fest, in Zusammenarbeit mit der Galerie Brockstedt, Hamburg). 3, 48, 4; 4, 32, 4 Bl. Mit getönten Illustrationen nach Originalradierungen von Horst Janssen auf Tafeln. 38 x 27,5 cm. Violettfarbener und olivgrüner OLeinenband mit schwarzgeprägtem RTitel und geprägter Signatur des Künstlers auf dem VDeckel (kaum Gebrauchsspuren) in OPappschuber mit Kibitzpapierbezug. Berlin und Frankfurt, Propyläen und Ullstein, (1971). Ausgabe C des auf festem Papier gedruckten und in der Schöneberger Buchbinderei gebundenen zweibändigen Werks über die Porträt, Akt- und Landschaftsradierungen Horst Janssens (1929-1995). – Tadellose Exemplare, hier mit 2 ungewöhnlichen Widmungen aus der Sammlung des Münchner Verlegers Albrecht Knaus (1913-2007), der mit dem Künstler befreundet war. Das erste weiße Blatt des ersten Bandes mit ganzseitiger kolorierter Bleistiftzeichnung von Horst Janssen an Janne Knaus, die Frau des Verlegers. Offensichtlich hatte es Spannungen im Verhältnis der beiden um die Ehefrau Albrechts gegeben, jedenfalls stellt sich Horst Janssen in einem eindrucksvollen Selbstbildnis als Halbporträt mit Schweinerüsselnase dar, darunter - anstelle einer Krawatte - ein abgeschnittenes Ringelschwänzchen. Die meisterhaft skizzierte und treffend charakterisierte Porträtdarstellung seiner selbst hat Janssen mit orangerotem Buntstift teilkoloriert. Unter die große Zeichnung (ca. 21 x 16 cm), die der Künstler auf den 5. Februar 1972 datiert ("5 II 72") setzte Janssen eine 8zeilige Widmung: "Liebste Janne / ich WAR / ein Schwein, / als ich dir das über Dr. Knaus sagte / Könnte mir heut noch mein Schwänzchen abschneiden / dass ich dir ausgerechnet DAS erzählt hab / Pardon / Dein Janssen". Joachim Fest, ein Freund Horst Janssens (1929-1995), nannte eines der Selbstporträts des Künstlers einmal "Selbst - dramatisch - ein von Gewaltspuren und Wundmalen gezeichnetes Gesicht, in dem weit mehr als ein persönliches Leiden, gleichsam das 'Ecce Homo' der zurückliegenden wüsten Jahrhunderthälfte, ins Bild gesetzt war". Auch das Selbstporträt in diesem, von Joachim Fest herausgegebenen Buch zeigt die lebenslange Auseinandersetzung des Künstlers mit seiner eigenen Person, mit den Widersprüchen, dem Triebhaften, dem Genius und den Abgründen einer der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. - Das Selbstporträt ist bislang nicht veröffentlicht und der umfassenden Janssen-Literatur unbekannt. Der zweite Band "Landschaften" enthält ebenfalls eine originale Blei- und Buntstiftzeichnung mit Widmung. Hierbei handelt es sich um eine Parodie von der Hand Janssens: Mit virtuosen Buntstiftstrichen malt er eine orangerot-schwarze abstrakte Impression und setzt den "geistreichen" Spruch darunter: "Inzwisch war Sommer herzlichst Fritz Winter". Schwer denkbar, dass der seit seiner Kasseler Emeritierung zurückgezogen in Dießen am Ammersee lebende Maler den Humor bewiesen hätte, ein Buch von Janssen mit dieser Widmung und einem - sagen wir getrost: ziemlich bescheidenen künstlerischen Produkt zu versehen. Zutreffender ist wohl die Vermutung, dass der für sein unkonventionelles Benehmen bekannte Janssen nach der Widmung in Band I zu Janne Knaus sprach: "Und nun kriegst Du noch eine Widmung von Fritz Winter". Und so geschah's. Weshalb ausgerechnet Fritz Winter? Der Janssen-Biograph Stephan Blessin hätte dafür wohl eine Erklärung.

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Mit Selbstporträt und einer parodierenden Widmung von Horst Janssen Janssen, Horst. Radierungen. Landschaften. 2 Bände. (Hrsg. auf Initiative von Joachim C. Fest, in Zusammenarbeit mit der Galerie Brockstedt, Hamburg). 3, 48, 4; 4, 32, 4 Bl. Mit getönten Illustrationen nach Originalradierungen von Horst Janssen auf Tafeln. 38 x 27,5 cm. Violettfarbener und olivgrüner OLeinenband mit schwarzgeprägtem RTitel und geprägter Signatur des Künstlers auf dem VDeckel (kaum Gebrauchsspuren) in OPappschuber mit Kibitzpapierbezug. Berlin und Frankfurt, Propyläen und Ullstein, (1971). Ausgabe C des auf festem Papier gedruckten und in der Schöneberger Buchbinderei gebundenen zweibändigen Werks über die Porträt, Akt- und Landschaftsradierungen Horst Janssens (1929-1995). – Tadellose Exemplare, hier mit 2 ungewöhnlichen Widmungen aus der Sammlung des Münchner Verlegers Albrecht Knaus (1913-2007), der mit dem Künstler befreundet war. Das erste weiße Blatt des ersten Bandes mit ganzseitiger kolorierter Bleistiftzeichnung von Horst Janssen an Janne Knaus, die Frau des Verlegers. Offensichtlich hatte es Spannungen im Verhältnis der beiden um die Ehefrau Albrechts gegeben, jedenfalls stellt sich Horst Janssen in einem eindrucksvollen Selbstbildnis als Halbporträt mit Schweinerüsselnase dar, darunter - anstelle einer Krawatte - ein abgeschnittenes Ringelschwänzchen. Die meisterhaft skizzierte und treffend charakterisierte Porträtdarstellung seiner selbst hat Janssen mit orangerotem Buntstift teilkoloriert. Unter die große Zeichnung (ca. 21 x 16 cm), die der Künstler auf den 5. Februar 1972 datiert ("5 II 72") setzte Janssen eine 8zeilige Widmung: "Liebste Janne / ich WAR / ein Schwein, / als ich dir das über Dr. Knaus sagte / Könnte mir heut noch mein Schwänzchen abschneiden / dass ich dir ausgerechnet DAS erzählt hab / Pardon / Dein Janssen". Joachim Fest, ein Freund Horst Janssens (1929-1995), nannte eines der Selbstporträts des Künstlers einmal "Selbst - dramatisch - ein von Gewaltspuren und Wundmalen gezeichnetes Gesicht, in dem weit mehr als ein persönliches Leiden, gleichsam das 'Ecce Homo' der zurückliegenden wüsten Jahrhunderthälfte, ins Bild gesetzt war". Auch das Selbstporträt in diesem, von Joachim Fest herausgegebenen Buch zeigt die lebenslange Auseinandersetzung des Künstlers mit seiner eigenen Person, mit den Widersprüchen, dem Triebhaften, dem Genius und den Abgründen einer der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. - Das Selbstporträt ist bislang nicht veröffentlicht und der umfassenden Janssen-Literatur unbekannt. Der zweite Band "Landschaften" enthält ebenfalls eine originale Blei- und Buntstiftzeichnung mit Widmung. Hierbei handelt es sich um eine Parodie von der Hand Janssens: Mit virtuosen Buntstiftstrichen malt er eine orangerot-schwarze abstrakte Impression und setzt den "geistreichen" Spruch darunter: "Inzwisch war Sommer herzlichst Fritz Winter". Schwer denkbar, dass der seit seiner Kasseler Emeritierung zurückgezogen in Dießen am Ammersee lebende Maler den Humor bewiesen hätte, ein Buch von Janssen mit dieser Widmung und einem - sagen wir getrost: ziemlich bescheidenen künstlerischen Produkt zu versehen. Zutreffender ist wohl die Vermutung, dass der für sein unkonventionelles Benehmen bekannte Janssen nach der Widmung in Band I zu Janne Knaus sprach: "Und nun kriegst Du noch eine Widmung von Fritz Winter". Und so geschah's. Weshalb ausgerechnet Fritz Winter? Der Janssen-Biograph Stephan Blessin hätte dafür wohl eine Erklärung.

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