Meister des Tobias (Maestro di Tobia) tätig in Florenz ca. 1345 -1370 Klappaltar mit Thronender Muttergottes Tempera auf Holz. 46,5 x 28 cm (Mittelstück) 46,5 x 11 cm (Flügel). Zertifikat Gaudenz Freuler, März 2018. Provenienz 1872, Siena, Monasterio di San Girolamo. - 1968-1973 Julius Böhler, München. - Slg. Helmuth Domizlaff (1902–1983), München. – In der Erbfolge Hildegard Domizlaff (1898-1987), Köln. Diese Arbeit wird versteigert zugunsten der Kardinal-Meisner-Stiftung, Köln. Literatur M. Boskovits: Pittura fiorentina alla vigilia del Rinascimento 1370-1400. Florenz 1975, S. 72-73 u. 281, Abb. 81. Zitierte Literatur: M. Boskovits: Budapest Museum of Fine Arts, Esztergom Christian Museum. Early Italian Panel Paintings, Budapest 1966, S. 10-11. - M. Boskovits: Su Giusto de´Menabuoi e sul "giottismo" nell´Italia settentrionale, in: Studi di Storia dell ´Arte in Onore di Mina Gregori, Mailand 1994, S. 26-34. - Gert Kreytenberg: Orcagna. Andra di Cione. Ein universeller Künstler der Gotik in Florenz, Mainz 2000, S. 151-158. - L. Bellosi: Giottino e la pittura di filiazione giottesca intorno alla metà del Trecento, in: Prospettiva 1001, 2001, S. 40, Anm. 57. - M. Palmieri: Profilo di un pittore fiorentino della metà del Trecento: Il Maestro di Tobia, in: Arte Cristiana XCIII, 2005, S. 405-415. - A. Lenza: Giusto de´Menabuoi, in: Giovanni da Milano, Capolavori del Gotico fra Lombardia e Toscana, Ausstellungskatalog Florenz, Galleria dell´Accademia 2008, S. 162-163, Kat. Nr. 7. - A. Tartuferi: Della tradizione gotica al primo Rinascimento, Florenz 2009, S. 20-29. Die mittlere Tafel dieses kleinen Triptychons zeigt einen lichterfüllten Bildraum, in dem die Muttergottes mit ihrem Kind hieratisch erhaben und dennoch in zartem Zusammenspiel thront. Zeugen dieses himmlischen Daseins sind zwei Engel, Johannes der Täufer und der Apostel Andreas. Auf den beiden Flügeln, deren Spitzen eine Verkündigung verbildlichen, erscheinen links ein Heiliger Bischof und die Heilige Katharina von Alexandrien, rechts die Kreuzigung Christi mit der trauernden Maria und Johannes. Dieser florentinische Flügelaltar ist eine faszinierende Wiederentdeckung und birgt ein nicht einfach zu lösendes und ebenso komplexes kunsthistorisches Problem. Einstmals soll sich das Altärchen im Besitz der Pie Donne della Carità di San Vincenzo de' Paoli im Kloster von San Girolamo in Siena befunden haben (Boskovits 1975, op. cit., S. 72-73). Wie es dorthin kam ist eine offene Frage und bedeutet nicht unbedingt, dass es in oder für Siena geschaffen wurde. Das 1354 gegründete Kloster der Gesuati San Girolamo wurde erst 1855 an die Pie Donne della Carità di San Vincenzo de' Paoli abgegeben, weshalb das Triptychon möglicherweise von einer der dort neu ansässigen Frauen als Privatbesitz zur Privatandacht mitgenommen wurde. Wohl noch im 19. Jahrhundert wurde der Altar in den englischen Raum verkauft und tauchte erst 1968 im Besitz von Julius Böhler in München auf. Von dort fand es in eine deutsche Privatsammlung. Die kunsthistorische Beurteilung dieses prachtvollen florentinischen Triptychons setzt mit Adolfo Venturi (1856-1941) ein, der es in einem Schreiben an einen vormaligen Besitzer mit Giovanni da Milano in Zusammenhang brachte. Danach setzte sich Miklos Boskovits in seinem 1975 erschienen Opus zur florentinischen Malerei des späteren 14. Jahrhunderts mit diesem Werk auseinander und würdigte dessen ausserordentliche künstlerische Qualität. Ein Ansatzpunk für die kunsthistorische Beurteilung der Arbeit ergibt sich durch eine Tafel mit der Darstellung einer kleinen datierten Maestà in den staatlichen Sammlungen in Budapest aus dem Jahr 1345 (Abb. 1). Dieses Werk, das augenfällig auf Vorbilder aus dem Umkreis Bernardo Daddis zurückweist, so etwa auf dessen wohl bloss um wenige Jahre früheren Flügelaltar im Lindenau-Museum in Altenburg, zeigt unverkennbare
Meister des Tobias (Maestro di Tobia) tätig in Florenz ca. 1345 -1370 Klappaltar mit Thronender Muttergottes Tempera auf Holz. 46,5 x 28 cm (Mittelstück) 46,5 x 11 cm (Flügel). Zertifikat Gaudenz Freuler, März 2018. Provenienz 1872, Siena, Monasterio di San Girolamo. - 1968-1973 Julius Böhler, München. - Slg. Helmuth Domizlaff (1902–1983), München. – In der Erbfolge Hildegard Domizlaff (1898-1987), Köln. Diese Arbeit wird versteigert zugunsten der Kardinal-Meisner-Stiftung, Köln. Literatur M. Boskovits: Pittura fiorentina alla vigilia del Rinascimento 1370-1400. Florenz 1975, S. 72-73 u. 281, Abb. 81. Zitierte Literatur: M. Boskovits: Budapest Museum of Fine Arts, Esztergom Christian Museum. Early Italian Panel Paintings, Budapest 1966, S. 10-11. - M. Boskovits: Su Giusto de´Menabuoi e sul "giottismo" nell´Italia settentrionale, in: Studi di Storia dell ´Arte in Onore di Mina Gregori, Mailand 1994, S. 26-34. - Gert Kreytenberg: Orcagna. Andra di Cione. Ein universeller Künstler der Gotik in Florenz, Mainz 2000, S. 151-158. - L. Bellosi: Giottino e la pittura di filiazione giottesca intorno alla metà del Trecento, in: Prospettiva 1001, 2001, S. 40, Anm. 57. - M. Palmieri: Profilo di un pittore fiorentino della metà del Trecento: Il Maestro di Tobia, in: Arte Cristiana XCIII, 2005, S. 405-415. - A. Lenza: Giusto de´Menabuoi, in: Giovanni da Milano, Capolavori del Gotico fra Lombardia e Toscana, Ausstellungskatalog Florenz, Galleria dell´Accademia 2008, S. 162-163, Kat. Nr. 7. - A. Tartuferi: Della tradizione gotica al primo Rinascimento, Florenz 2009, S. 20-29. Die mittlere Tafel dieses kleinen Triptychons zeigt einen lichterfüllten Bildraum, in dem die Muttergottes mit ihrem Kind hieratisch erhaben und dennoch in zartem Zusammenspiel thront. Zeugen dieses himmlischen Daseins sind zwei Engel, Johannes der Täufer und der Apostel Andreas. Auf den beiden Flügeln, deren Spitzen eine Verkündigung verbildlichen, erscheinen links ein Heiliger Bischof und die Heilige Katharina von Alexandrien, rechts die Kreuzigung Christi mit der trauernden Maria und Johannes. Dieser florentinische Flügelaltar ist eine faszinierende Wiederentdeckung und birgt ein nicht einfach zu lösendes und ebenso komplexes kunsthistorisches Problem. Einstmals soll sich das Altärchen im Besitz der Pie Donne della Carità di San Vincenzo de' Paoli im Kloster von San Girolamo in Siena befunden haben (Boskovits 1975, op. cit., S. 72-73). Wie es dorthin kam ist eine offene Frage und bedeutet nicht unbedingt, dass es in oder für Siena geschaffen wurde. Das 1354 gegründete Kloster der Gesuati San Girolamo wurde erst 1855 an die Pie Donne della Carità di San Vincenzo de' Paoli abgegeben, weshalb das Triptychon möglicherweise von einer der dort neu ansässigen Frauen als Privatbesitz zur Privatandacht mitgenommen wurde. Wohl noch im 19. Jahrhundert wurde der Altar in den englischen Raum verkauft und tauchte erst 1968 im Besitz von Julius Böhler in München auf. Von dort fand es in eine deutsche Privatsammlung. Die kunsthistorische Beurteilung dieses prachtvollen florentinischen Triptychons setzt mit Adolfo Venturi (1856-1941) ein, der es in einem Schreiben an einen vormaligen Besitzer mit Giovanni da Milano in Zusammenhang brachte. Danach setzte sich Miklos Boskovits in seinem 1975 erschienen Opus zur florentinischen Malerei des späteren 14. Jahrhunderts mit diesem Werk auseinander und würdigte dessen ausserordentliche künstlerische Qualität. Ein Ansatzpunk für die kunsthistorische Beurteilung der Arbeit ergibt sich durch eine Tafel mit der Darstellung einer kleinen datierten Maestà in den staatlichen Sammlungen in Budapest aus dem Jahr 1345 (Abb. 1). Dieses Werk, das augenfällig auf Vorbilder aus dem Umkreis Bernardo Daddis zurückweist, so etwa auf dessen wohl bloss um wenige Jahre früheren Flügelaltar im Lindenau-Museum in Altenburg, zeigt unverkennbare
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