Léonard Tsuguharu Foujita Edogawa Tokio 1886 - 1968 Paris Les deux religieuses 1920 Mischtechnik auf Papier. 36,9 x 27,2 cm. Unter Glas gerahmt. Unten links mit Tusche signiert 'T. Foujita' sowie zusätzlich in japanischen Schriftzeichen mit dem Vornamen 'TSUGUHARU' signiert. Rückseitig unten links ebenfalls mit Tusche signiert 'T. Foujita' und zusätzlich in japanischen Schriftzeichen signiert, datiert und bezeichnet '1920 FOUJITA TSUGUHARU PARIS'. - Rückseitig an den Rändern umlaufend mit schwarzem Papierklebeband versehen, vorderseitig teilweise sichtbar. Nicht bei Buisson Mit einer Foto-Expertise von Sylvie Buisson, Paris, vom 18. April 2016. Das Gemälde wird in Band 4 des Werkverzeichnisses aufgenommen (Archiv Nr. D20.033-H). Provenienz Privatbesitz Baden-Württemberg Einige Jahre nach seiner Übersiedlung von Japan nach Paris im Jahre 1913 beginnt sich Foujita verstärkt für die christliche Ikonographie zu interessieren. Dies läßt sich an einer Vielzahl von zwischen 1917 und 1920 entstandenen Christus- und Marienbildnissen ablesen. Darüber hinaus richtet sich sein Augenmerk aber auch auf die Darstellung von Nonnen in klösterlichem Kontext, wie „Les Trois Religieuses“, „Les Trois Novices“, „Les Religieuses“ und „Les Deux Religieuses“ (Buisson 18.03, 18.04, 18.15, 18.127), die mit dem vorliegenden Bild thematisch eng verwandt sind. All diesen religiös inspirierten Werken gemeinsam ist eine eigentümliche Verschränkung von christlicher und fernöstlicher Ästhetik. In unserer symmetrisch aufgebauten Komposition sitzen sich eine ältere Nonne und eine junge Novizin im Innenhof eines romanisch anmutenden Kreuzgangs gegenüber. Kunstvoll gedreht, sind sie gleichzeitig einander zu- als auch abgewandt. Die Anlage der überlängten Figuren mit der flächigen Ausarbeitung des Faltenwurfs ist deutlich von der japanischen Farbholzschnittkunst beeinflußt, die Bodenfläche erinnert an einen Zengarten. Besonderen Wert hat Foujita auf die minutiöse Wiedergabe des Faltenwurfs gelegt: Die feinen weißen Linien sind nicht gemalt oder aus der schwarzen Farbe herausgeritzt, sondern stellen kunstvolle Aussparungen in der Tuschemalerei dar. Foujitas weitergehende Beschäftigung mit christlichem Gedankengut sollte in späteren Jahren in eine Konvertierung zum Katholizismus münden; 1959 ließ er sich in Reims taufen.
Léonard Tsuguharu Foujita Edogawa Tokio 1886 - 1968 Paris Les deux religieuses 1920 Mischtechnik auf Papier. 36,9 x 27,2 cm. Unter Glas gerahmt. Unten links mit Tusche signiert 'T. Foujita' sowie zusätzlich in japanischen Schriftzeichen mit dem Vornamen 'TSUGUHARU' signiert. Rückseitig unten links ebenfalls mit Tusche signiert 'T. Foujita' und zusätzlich in japanischen Schriftzeichen signiert, datiert und bezeichnet '1920 FOUJITA TSUGUHARU PARIS'. - Rückseitig an den Rändern umlaufend mit schwarzem Papierklebeband versehen, vorderseitig teilweise sichtbar. Nicht bei Buisson Mit einer Foto-Expertise von Sylvie Buisson, Paris, vom 18. April 2016. Das Gemälde wird in Band 4 des Werkverzeichnisses aufgenommen (Archiv Nr. D20.033-H). Provenienz Privatbesitz Baden-Württemberg Einige Jahre nach seiner Übersiedlung von Japan nach Paris im Jahre 1913 beginnt sich Foujita verstärkt für die christliche Ikonographie zu interessieren. Dies läßt sich an einer Vielzahl von zwischen 1917 und 1920 entstandenen Christus- und Marienbildnissen ablesen. Darüber hinaus richtet sich sein Augenmerk aber auch auf die Darstellung von Nonnen in klösterlichem Kontext, wie „Les Trois Religieuses“, „Les Trois Novices“, „Les Religieuses“ und „Les Deux Religieuses“ (Buisson 18.03, 18.04, 18.15, 18.127), die mit dem vorliegenden Bild thematisch eng verwandt sind. All diesen religiös inspirierten Werken gemeinsam ist eine eigentümliche Verschränkung von christlicher und fernöstlicher Ästhetik. In unserer symmetrisch aufgebauten Komposition sitzen sich eine ältere Nonne und eine junge Novizin im Innenhof eines romanisch anmutenden Kreuzgangs gegenüber. Kunstvoll gedreht, sind sie gleichzeitig einander zu- als auch abgewandt. Die Anlage der überlängten Figuren mit der flächigen Ausarbeitung des Faltenwurfs ist deutlich von der japanischen Farbholzschnittkunst beeinflußt, die Bodenfläche erinnert an einen Zengarten. Besonderen Wert hat Foujita auf die minutiöse Wiedergabe des Faltenwurfs gelegt: Die feinen weißen Linien sind nicht gemalt oder aus der schwarzen Farbe herausgeritzt, sondern stellen kunstvolle Aussparungen in der Tuschemalerei dar. Foujitas weitergehende Beschäftigung mit christlichem Gedankengut sollte in späteren Jahren in eine Konvertierung zum Katholizismus münden; 1959 ließ er sich in Reims taufen.
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