Sitzende 1928 Bronze mit goldbrauner Patina. 1928. Ca. 26 x 25 x 21 cm. Auf der Standfläche der Figur monogrammiert "GK". Eines der zentralen Themen in Kolbes Werk ist die weibliche Figur in ihren unendlichen Ausdrucksformen. Stets faszinierte ihn der große Bewegungsreichtum der jungen Frau, sein gesamtes Schaffen hindurch erfasste er sie immer wieder in Zeichnungen und Kleinbronzen als Kniende, Sitzende, Kauernde, Stehende, Tanzende. Mitte der Zwanziger Jahre besuchte er voller Begeisterung Tanzvorführungen von Josephine Baker und Gret Palucca und studierte deren Ausdruck, Gestik und Haltung. Das in den 1920er Jahren aufkommende ideale Frauenbild der selbstbewussten jungen Frau mit der modernen Kurzhaarfrisur findet in Kolbes Werken seitdem häufig Niederschlag. "Ab 1926 entstanden jedoch auch ruhige, versonnene Frauengestalten, die eine lyrische Stimmung ausdrücken (...). Dargestellt werden nun junge Frauen der Zwanziger Jahre, schlank und sportlich, doch nicht oberflächlich und leichtlebig, sondern ernsthaft und gedankenvoll. Es sind diese ruhigen Figuren aus der Mitte der zwanziger Jahre, die bei den Sammlern die größte Resonanz fanden (...)." (Ursel Berger, in: Georg Kolbe - Leben und Werk, Berlin 1990, S. 86). Die hier vorliegende Bronze zeigt ein für Kolbe typisches Modell: ein junges athletisches Mädchen als Sitzende. Sie hat ihre Beine vor dem Oberkörper aufgestellt, so dass sich ihre Knie berühren, die Füße sind weit auseinander gestellt, mit den Armen stützt sie sich seitlich neben dem Gesäß auf. Ihr Oberkörper und Kopf sind leicht nach vorne geneigt, der Blick nach rechts zur Erde gerichtet. Sie scheint gedanklich ganz bei sich zu sein, die Umwelt kaum wahrzunehmen. Wie häufig in Kolbes Darstellungen junger Mädchen, etwa in der "Sitzenden" von 1926 oder der "Hockenden" von 1928 (Berger 91 u. 116), strahlt das Modell entgegen seiner starken körperlichen Präsenz eine gewisse Verträumheit, Intimität und Ernsthaftigkeit aus. Sehr schöner Guss mit durchgestalteter, belebter Oberfläche, die Kurzhaarfrisur in dicken Strähnen herausgearbeitet. Die warme, goldbraune hautähnliche Patinierung unterstreicht die lebendige Körperlichkeit des jungen Modells. Nach einer schriftlichen Bestätigung von Frau Dr. Berger vom 23. April 2016 handelt es sich um einen Lebzeitenguss, entstanden 1928 oder 1929 in der Gießerei Hermann Noack Berlin (wie häufig ohne Gießerstempel). Es existieren laut der Dokumentation des Kolbe-Nachlasses und der Gießerei Hermann Noack insgesamt nur 10 Lebzeitengüsse: 1928 wurden sieben Stück gegossen, 1929 zwei Stück und 1934 nur ein Guss. Das Gipsmodell existiert nicht mehr, es sind auch keine posthumen Güsse bekannt. Sehr selten. Provenienz: Sammlung Hugo Neithold
Sitzende 1928 Bronze mit goldbrauner Patina. 1928. Ca. 26 x 25 x 21 cm. Auf der Standfläche der Figur monogrammiert "GK". Eines der zentralen Themen in Kolbes Werk ist die weibliche Figur in ihren unendlichen Ausdrucksformen. Stets faszinierte ihn der große Bewegungsreichtum der jungen Frau, sein gesamtes Schaffen hindurch erfasste er sie immer wieder in Zeichnungen und Kleinbronzen als Kniende, Sitzende, Kauernde, Stehende, Tanzende. Mitte der Zwanziger Jahre besuchte er voller Begeisterung Tanzvorführungen von Josephine Baker und Gret Palucca und studierte deren Ausdruck, Gestik und Haltung. Das in den 1920er Jahren aufkommende ideale Frauenbild der selbstbewussten jungen Frau mit der modernen Kurzhaarfrisur findet in Kolbes Werken seitdem häufig Niederschlag. "Ab 1926 entstanden jedoch auch ruhige, versonnene Frauengestalten, die eine lyrische Stimmung ausdrücken (...). Dargestellt werden nun junge Frauen der Zwanziger Jahre, schlank und sportlich, doch nicht oberflächlich und leichtlebig, sondern ernsthaft und gedankenvoll. Es sind diese ruhigen Figuren aus der Mitte der zwanziger Jahre, die bei den Sammlern die größte Resonanz fanden (...)." (Ursel Berger, in: Georg Kolbe - Leben und Werk, Berlin 1990, S. 86). Die hier vorliegende Bronze zeigt ein für Kolbe typisches Modell: ein junges athletisches Mädchen als Sitzende. Sie hat ihre Beine vor dem Oberkörper aufgestellt, so dass sich ihre Knie berühren, die Füße sind weit auseinander gestellt, mit den Armen stützt sie sich seitlich neben dem Gesäß auf. Ihr Oberkörper und Kopf sind leicht nach vorne geneigt, der Blick nach rechts zur Erde gerichtet. Sie scheint gedanklich ganz bei sich zu sein, die Umwelt kaum wahrzunehmen. Wie häufig in Kolbes Darstellungen junger Mädchen, etwa in der "Sitzenden" von 1926 oder der "Hockenden" von 1928 (Berger 91 u. 116), strahlt das Modell entgegen seiner starken körperlichen Präsenz eine gewisse Verträumheit, Intimität und Ernsthaftigkeit aus. Sehr schöner Guss mit durchgestalteter, belebter Oberfläche, die Kurzhaarfrisur in dicken Strähnen herausgearbeitet. Die warme, goldbraune hautähnliche Patinierung unterstreicht die lebendige Körperlichkeit des jungen Modells. Nach einer schriftlichen Bestätigung von Frau Dr. Berger vom 23. April 2016 handelt es sich um einen Lebzeitenguss, entstanden 1928 oder 1929 in der Gießerei Hermann Noack Berlin (wie häufig ohne Gießerstempel). Es existieren laut der Dokumentation des Kolbe-Nachlasses und der Gießerei Hermann Noack insgesamt nur 10 Lebzeitengüsse: 1928 wurden sieben Stück gegossen, 1929 zwei Stück und 1934 nur ein Guss. Das Gipsmodell existiert nicht mehr, es sind auch keine posthumen Güsse bekannt. Sehr selten. Provenienz: Sammlung Hugo Neithold
Testen Sie LotSearch und seine Premium-Features 7 Tage - ohne Kosten!
Lassen Sie sich automatisch über neue Objekte in kommenden Auktionen benachrichtigen.
Suchauftrag anlegen