Auktionsarchiv: Los-Nr. 039

Johannes Beutner, Elbe bei Dresden - Wachwitz. 1946.

Aufrufpreis
Zuschlagspreis:
Auktionsarchiv: Los-Nr. 039

Johannes Beutner, Elbe bei Dresden - Wachwitz. 1946.

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Beschreibung:

Öl auf Leinwand. Signiert "Joh. Beutner" und datiert u.li. Provenienz: Ostdeutscher Privatbesitz. Wir danken Frau Brigitte Beutner, Dresden, für freundliche Hinweise. Die Sehnsucht nach dem Süden, nach dem vielbesungenen Italien, und die Lust der ansässigen Künstler, vielleicht gar der Einwohner Dresdens in grosso modo, eine gewisse „Italianità“, ein italienisches Lebensgefühl, an die Elbe zu übertragen, hat eine fast dreihundertjährige Historie. Unter August dem Starken lebten zahlreiche italienische Gastarbeiter im sogenannten „Italienischen Dörfchen“ und brachten durch den Bau an der katholischen Hofkirche mediterranes Leben in den Norden. Der Venezianer Bellotto, gen. Canaletto, hat der Stadt an der Elbe zur selben Zeit die berühmteste Vedute geschenkt und über Casanovas Bruder, der an der Kunstakademie lehrte, hat es auch den berühmten Literaten und Verführer samt der ihn umgebenden Mythen nach Dresden verschlagen. Im 19. Jahrhundert orientierte sich die Dresdner Baukunst verstärkt an italienischen Vorbildern und die den Elbhang säumenden toskanischen Villen prägten nachhaltig das Erscheinungsbild der Stadt außerhalb des historischen Zentrums, so daß der nunmehr sprichwörtliche Beiname „Elbflorenz“ noch heute im alltäglichen Sprachgebrauch Verwendung findet. Die Leidenschaft, die den Maler Johannes Beutner mit Italien verband, sollte lebenslang andauern. Seit einer intensiven Reise in den Süden in den Jahren 1930/31 ließ ihn die Sehnsucht nach dem Land, „wo die Zitronen blüh’n“ nicht mehr los. So nimmt es nicht wunder, daß sich Beutner ein Jahr nach Kriegsende und der Zerstörung Dresdens seine Heimat in südlichem Licht und Farbenspiel ersehnte. Beutner läßt den vom Bombenhagel verschonten Wachwitzer Elbhang als toskanisches Bergdorf erstrahlen, die Pappeln in den Gärten und Parks der Villen werden zu Zypressen, die Kuben der Häuser wandeln sich in hochgestreckte italienische Bauten mit deutlich flacheren Dächern. Über allem thront die prächtige Villa Wollner, die Beutner überlängt festungsgleich abbildet und die das umtriebige Menschengewimmel am Flußufer wohlwollend zu überwachen scheint. So wird in ihrer Überformung eine vertraute Szene zur Metapher der Sehnsucht vieler vergangener Generationen und in der unmittelbaren Nachkriegszeit gleichsam zum Ausdruck einer großen Hoffnung der Lebenden.
Malschicht mit beginnendem Alterskrakelee. Bildträger am Bildrand re. und im Bereich des Himmels re. mit je einer sehr unscheinbaren Druckspur.
91 x 115,5 cm.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 039
Beschreibung:

Öl auf Leinwand. Signiert "Joh. Beutner" und datiert u.li. Provenienz: Ostdeutscher Privatbesitz. Wir danken Frau Brigitte Beutner, Dresden, für freundliche Hinweise. Die Sehnsucht nach dem Süden, nach dem vielbesungenen Italien, und die Lust der ansässigen Künstler, vielleicht gar der Einwohner Dresdens in grosso modo, eine gewisse „Italianità“, ein italienisches Lebensgefühl, an die Elbe zu übertragen, hat eine fast dreihundertjährige Historie. Unter August dem Starken lebten zahlreiche italienische Gastarbeiter im sogenannten „Italienischen Dörfchen“ und brachten durch den Bau an der katholischen Hofkirche mediterranes Leben in den Norden. Der Venezianer Bellotto, gen. Canaletto, hat der Stadt an der Elbe zur selben Zeit die berühmteste Vedute geschenkt und über Casanovas Bruder, der an der Kunstakademie lehrte, hat es auch den berühmten Literaten und Verführer samt der ihn umgebenden Mythen nach Dresden verschlagen. Im 19. Jahrhundert orientierte sich die Dresdner Baukunst verstärkt an italienischen Vorbildern und die den Elbhang säumenden toskanischen Villen prägten nachhaltig das Erscheinungsbild der Stadt außerhalb des historischen Zentrums, so daß der nunmehr sprichwörtliche Beiname „Elbflorenz“ noch heute im alltäglichen Sprachgebrauch Verwendung findet. Die Leidenschaft, die den Maler Johannes Beutner mit Italien verband, sollte lebenslang andauern. Seit einer intensiven Reise in den Süden in den Jahren 1930/31 ließ ihn die Sehnsucht nach dem Land, „wo die Zitronen blüh’n“ nicht mehr los. So nimmt es nicht wunder, daß sich Beutner ein Jahr nach Kriegsende und der Zerstörung Dresdens seine Heimat in südlichem Licht und Farbenspiel ersehnte. Beutner läßt den vom Bombenhagel verschonten Wachwitzer Elbhang als toskanisches Bergdorf erstrahlen, die Pappeln in den Gärten und Parks der Villen werden zu Zypressen, die Kuben der Häuser wandeln sich in hochgestreckte italienische Bauten mit deutlich flacheren Dächern. Über allem thront die prächtige Villa Wollner, die Beutner überlängt festungsgleich abbildet und die das umtriebige Menschengewimmel am Flußufer wohlwollend zu überwachen scheint. So wird in ihrer Überformung eine vertraute Szene zur Metapher der Sehnsucht vieler vergangener Generationen und in der unmittelbaren Nachkriegszeit gleichsam zum Ausdruck einer großen Hoffnung der Lebenden.
Malschicht mit beginnendem Alterskrakelee. Bildträger am Bildrand re. und im Bereich des Himmels re. mit je einer sehr unscheinbaren Druckspur.
91 x 115,5 cm.

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