Auktionsarchiv: Los-Nr. 1126

Jacob Philipp Hackert 1737 Prenzlau

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 1126

Jacob Philipp Hackert 1737 Prenzlau

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

Jacob Philipp Hackert 1737 Prenzlau - 1807 San Piero di Careggio Zwei Landschaften mit badenden Nymphen Öl auf Leinwand (doubliert). Jeweils 30,5 x 44 cm. Jeweils signiert und datiert auf dem Felsen links bzw. unten rechts: Jacq: Ph. Hackert 1767. Provenienz Auktion Sotheby's London, 31.10.1979, Lot 69. - Auktion Christie's London, 11.12.1984, Lot 91. - Kunsthandlung Bernheimer, München. - Westdeutsche Privatsammlung. Literatur Claudia Nordhoff, Hans Reimer: Jakob Philipp Hackert 1737-1807. Verzeichnis seiner Werke, Berlin 1994, Bd. 1, S. 110, Abb. 11 u.12., Bd. 2, S. 14 u.15, Nr. 40 u. 41. Jacob Philipp Hackert siedelte im Jahr 1765 nach Paris über, begleitet von seinem Bruder Johan Gottlieb, und blieb dort drei Jahre. In der französischen Metropole traf der Künstler, der bereits ein europäisches Renommee besaß, auf ein kunstinteressiertes Publikum, das aufgrund der bedeutenden französischen Tradition der Landschaftsmalerei seit Claude Lorrain ein großes Interesse für diese Gattung hegte. Hackert erhielt entsprechend zahlreiche Aufträge und konnte in Paris in gutem „Ansehen und Wohlstand“ leben, wie Goethe in seiner Biographie des Künstlers schrieb. Diese beiden Landschaften, als Gegenstücke konzipiert, entstanden 1767, ein Jahr bevor Hackert nach Rom weiterzog. Die beiden Gemälde stellen Variationen über das Thema der Landschaft mit badenden Nymphen dar. Mustergültig führt Hackert dem Betrachter verschiedene Möglichkeiten vor Augen, das Thema durch unterschiedliche Landschafts- und Figurenkompositionen wiederzugeben. Das eine Gemälde zeigt die Nymphen am rechten Flussufer, eine mächtige Baumgruppe dominiert die linke Bildhälfte, während rechts der Blick auf eine weite Landschaft mit der Ruine eines Rundtempels fällt. Im anderen Gemälde ist die Gruppe der Nymphen in die Bildmitte platziert, der Fluss schlängelt sich von links in die Bildtiefe, die Baumgruppe befindet sich hier auf der rechten Seite. Seit der Entstehung der arkadischen Landschaft im Venedig des 16. Jahrhunderts zählten badende Nymphen zum festen Repertoire der mythologischen Figurenstaffage, mal mit, mal ohne Diana, der Göttin der Jagd, deren Gefolge sie bildeten. Die Nymphen wurden dabei nicht tatsächlich beim Baden im Wasser gezeigt; vielmehr befanden sie sich zumeist am Flussufer - auf diese Weise boten sie dem Künstler die Möglichkeit, eine Vielzahl von weiblichen Akten darzustellen. Hackert folgt in den beiden Bildern der langen Tradition arkadischer Landschaften, die dem französischen Publikum durch Werke von Claude Lorrain oder Zeitgenossen wie Claude-Joseph Vernet bekannt waren. So entspricht der große Baum, der eine Bildhälfte dominiert, einem Kompositionsmuster Claude Lorrains, die Figuren der im seichten Wasser Badenden stellen zudem Reminiszenzen dar an das berühmte Diana-Bild Dominichinos und damit an die italienische mythologische Landschaft. Eine einfallsreiche Bilderfindung wie das von Pflanzen bewachsene, musizierende Satyrn darstellende antike Relief im Zentrum eines der Bilder verdeutlicht, wie Hackert bewusst die Sehnsucht seiner Betrachter nach einer unwiederbringlich untergegangenen Antike ansprach. Die malerische Meisterschaft Hackerts zeigt sich in der Darstellung des Laubes der großen Bäume; der Baumstumpf im linken Vordergrund erinnert uns zudem daran, dass der Künstler die getreue Wiedergabe der Natur ebenso beherrschte, wie sie auch Hackerts Naturskizzen, die er bei Ausflügen in die Umgebung von Paris anfertigte, verdeutlichen. Das Landschaftspaar zeigt, dass Hackert nicht erst nach Rom reisen musste, um die klassische Landschaftstradition kennenzulernen und sich anzueignen. Der „französische Hackert“ hatte in Paris reichlich Gelegenheit, die arkadische Landschaft zu studieren und seine eigene Interpretation dieses Themas dem kenntnisreichen französischen Publikum zu präsentieren.

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Jacob Philipp Hackert 1737 Prenzlau - 1807 San Piero di Careggio Zwei Landschaften mit badenden Nymphen Öl auf Leinwand (doubliert). Jeweils 30,5 x 44 cm. Jeweils signiert und datiert auf dem Felsen links bzw. unten rechts: Jacq: Ph. Hackert 1767. Provenienz Auktion Sotheby's London, 31.10.1979, Lot 69. - Auktion Christie's London, 11.12.1984, Lot 91. - Kunsthandlung Bernheimer, München. - Westdeutsche Privatsammlung. Literatur Claudia Nordhoff, Hans Reimer: Jakob Philipp Hackert 1737-1807. Verzeichnis seiner Werke, Berlin 1994, Bd. 1, S. 110, Abb. 11 u.12., Bd. 2, S. 14 u.15, Nr. 40 u. 41. Jacob Philipp Hackert siedelte im Jahr 1765 nach Paris über, begleitet von seinem Bruder Johan Gottlieb, und blieb dort drei Jahre. In der französischen Metropole traf der Künstler, der bereits ein europäisches Renommee besaß, auf ein kunstinteressiertes Publikum, das aufgrund der bedeutenden französischen Tradition der Landschaftsmalerei seit Claude Lorrain ein großes Interesse für diese Gattung hegte. Hackert erhielt entsprechend zahlreiche Aufträge und konnte in Paris in gutem „Ansehen und Wohlstand“ leben, wie Goethe in seiner Biographie des Künstlers schrieb. Diese beiden Landschaften, als Gegenstücke konzipiert, entstanden 1767, ein Jahr bevor Hackert nach Rom weiterzog. Die beiden Gemälde stellen Variationen über das Thema der Landschaft mit badenden Nymphen dar. Mustergültig führt Hackert dem Betrachter verschiedene Möglichkeiten vor Augen, das Thema durch unterschiedliche Landschafts- und Figurenkompositionen wiederzugeben. Das eine Gemälde zeigt die Nymphen am rechten Flussufer, eine mächtige Baumgruppe dominiert die linke Bildhälfte, während rechts der Blick auf eine weite Landschaft mit der Ruine eines Rundtempels fällt. Im anderen Gemälde ist die Gruppe der Nymphen in die Bildmitte platziert, der Fluss schlängelt sich von links in die Bildtiefe, die Baumgruppe befindet sich hier auf der rechten Seite. Seit der Entstehung der arkadischen Landschaft im Venedig des 16. Jahrhunderts zählten badende Nymphen zum festen Repertoire der mythologischen Figurenstaffage, mal mit, mal ohne Diana, der Göttin der Jagd, deren Gefolge sie bildeten. Die Nymphen wurden dabei nicht tatsächlich beim Baden im Wasser gezeigt; vielmehr befanden sie sich zumeist am Flussufer - auf diese Weise boten sie dem Künstler die Möglichkeit, eine Vielzahl von weiblichen Akten darzustellen. Hackert folgt in den beiden Bildern der langen Tradition arkadischer Landschaften, die dem französischen Publikum durch Werke von Claude Lorrain oder Zeitgenossen wie Claude-Joseph Vernet bekannt waren. So entspricht der große Baum, der eine Bildhälfte dominiert, einem Kompositionsmuster Claude Lorrains, die Figuren der im seichten Wasser Badenden stellen zudem Reminiszenzen dar an das berühmte Diana-Bild Dominichinos und damit an die italienische mythologische Landschaft. Eine einfallsreiche Bilderfindung wie das von Pflanzen bewachsene, musizierende Satyrn darstellende antike Relief im Zentrum eines der Bilder verdeutlicht, wie Hackert bewusst die Sehnsucht seiner Betrachter nach einer unwiederbringlich untergegangenen Antike ansprach. Die malerische Meisterschaft Hackerts zeigt sich in der Darstellung des Laubes der großen Bäume; der Baumstumpf im linken Vordergrund erinnert uns zudem daran, dass der Künstler die getreue Wiedergabe der Natur ebenso beherrschte, wie sie auch Hackerts Naturskizzen, die er bei Ausflügen in die Umgebung von Paris anfertigte, verdeutlichen. Das Landschaftspaar zeigt, dass Hackert nicht erst nach Rom reisen musste, um die klassische Landschaftstradition kennenzulernen und sich anzueignen. Der „französische Hackert“ hatte in Paris reichlich Gelegenheit, die arkadische Landschaft zu studieren und seine eigene Interpretation dieses Themas dem kenntnisreichen französischen Publikum zu präsentieren.

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