Auktionsarchiv: Los-Nr. 18

Heinrich Campendonk - Kind mit Fischen

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 18

Heinrich Campendonk - Kind mit Fischen

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

Heinrich Campendonk
Kind mit Fischen
Um 1913
Gouache und Aquarell über Bleistift auf festem Aquarellbütten. 45,5 x 40 cm. Unbezeichnet. - Rückseitig mit dem Stempel "NACHLASS HEINRICH CAMPENDONK" versehen und mit Kugelschreiber beschriftet "hc A 26a Edith Campendonk". - Am Unterrand mit winzigen Farbausbrüchen. Rückseitig mit einer verworfenen Skizze. Die Ränder unregelmäßig und mit Reißnagellöchern in den Ecken.Die Jahre zwischen 1911 und 1914 stellen die Weichen für die künstlerische Karriere Heinrich Campendonks. Er wird 1911 Mitglied der Künstlervereinigung „Blauer Reiter“ und lässt sich bei Franz Marc August und Helmuth Macke in deren Künstlerrefugium im oberbayerischen Sindelsdorf nieder, stellt mit ihnen zusammen aus und findet in dem Galeristen Alfred Flechtheim und dem Sammler Bernhard Koehler erste Förderer. Ab 1912 wird er vertreten von dem Berliner Galeristen Herwarth Walden, Campendonk stellt bis 1914 mehrfach in dessen „Sturm“-Galerie aus. Der Künstler heiratet 1913, Sindelsdorf bleibt zunächst sein Lebensmittelpunkt. Doch bereits im darauffolgenden Jahr löst sich die Künstlergemeinschaft auf, der Beginn des I. Weltkrieges entzweit die Mitglieder räumlich und ideologisch.
In dieser äußerst bewegten Zeit entsteht unsere bedeutende Gouache „Kind mit Fischen“. Angeregt von Franz Marc widmet sich Campendonk in erster Linie der Darstellung von Tieren aus dem ländlichen Umfeld von Sindelsdorf. Wie Marc strebt er danach, das Tier aus seiner alltäglichen Existenz in eine symbolisch aufgeladene höhere Ebene zu heben. Seit 1912 prägen Einflüsse des Kubismus, Futurismus und Orphismus intensiv sein Werk. „Kind mit Fischen“ ist beispielhafter Ausweis seines daraus resultierenden eigenständigen Stils. Er transformiert die alltägliche Szenerie in ein spannungsgeladenes Mosaik, das vom reinen, kraftvollen Kolorit gebildet wird. Die Farbflächen sind ohne Konturen aneinandergesetzt, der zugrundeliegende Rhythmus und die leuchtenden Farbkontraste bestimmen die Komposition. Vergleichbar ist es in seiner formalen Konsequenz mit zeitgleich entstandenen Blättern wie „Figur und kleines Fabeltier“ (Firmenich 400, Clemens Sels Museum Neuss) und „Gelbweiße Kuh vor Häusern“ (Firmenich 402, Kunstmuseum Bonn).
Die Gouache ist eine Rarität von musealem Rang, die in dieser Qualität nur äußerst selten auf dem Kunstmarkt angeboten wird.WerkverzeichnisFirmenich 399ProvenienzNachlass des Künstlers; bis heute im Besitz der Familie CampendonkAusstellungKrefeld 1975 (Haus Greiffenhorst), Heinrich Campendonk Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte, Kat. Nr. 27; Bonn/Krefeld/Wuppertal 1979 (Städtisches Kunstmuseum/Kaiser Wilhelm Museum/Von der Heydt-Museum), Die Rheinischen Expressionisten - August Macke und seine Malerfreunde, S. 85, 411, Kat. Nr. 15 mit Abb.; Dauerleihgabe Museum Penzberg, Sammlung Campendonk 2016-2023

Auktionsarchiv: Los-Nr. 18
Beschreibung:

Heinrich Campendonk
Kind mit Fischen
Um 1913
Gouache und Aquarell über Bleistift auf festem Aquarellbütten. 45,5 x 40 cm. Unbezeichnet. - Rückseitig mit dem Stempel "NACHLASS HEINRICH CAMPENDONK" versehen und mit Kugelschreiber beschriftet "hc A 26a Edith Campendonk". - Am Unterrand mit winzigen Farbausbrüchen. Rückseitig mit einer verworfenen Skizze. Die Ränder unregelmäßig und mit Reißnagellöchern in den Ecken.Die Jahre zwischen 1911 und 1914 stellen die Weichen für die künstlerische Karriere Heinrich Campendonks. Er wird 1911 Mitglied der Künstlervereinigung „Blauer Reiter“ und lässt sich bei Franz Marc August und Helmuth Macke in deren Künstlerrefugium im oberbayerischen Sindelsdorf nieder, stellt mit ihnen zusammen aus und findet in dem Galeristen Alfred Flechtheim und dem Sammler Bernhard Koehler erste Förderer. Ab 1912 wird er vertreten von dem Berliner Galeristen Herwarth Walden, Campendonk stellt bis 1914 mehrfach in dessen „Sturm“-Galerie aus. Der Künstler heiratet 1913, Sindelsdorf bleibt zunächst sein Lebensmittelpunkt. Doch bereits im darauffolgenden Jahr löst sich die Künstlergemeinschaft auf, der Beginn des I. Weltkrieges entzweit die Mitglieder räumlich und ideologisch.
In dieser äußerst bewegten Zeit entsteht unsere bedeutende Gouache „Kind mit Fischen“. Angeregt von Franz Marc widmet sich Campendonk in erster Linie der Darstellung von Tieren aus dem ländlichen Umfeld von Sindelsdorf. Wie Marc strebt er danach, das Tier aus seiner alltäglichen Existenz in eine symbolisch aufgeladene höhere Ebene zu heben. Seit 1912 prägen Einflüsse des Kubismus, Futurismus und Orphismus intensiv sein Werk. „Kind mit Fischen“ ist beispielhafter Ausweis seines daraus resultierenden eigenständigen Stils. Er transformiert die alltägliche Szenerie in ein spannungsgeladenes Mosaik, das vom reinen, kraftvollen Kolorit gebildet wird. Die Farbflächen sind ohne Konturen aneinandergesetzt, der zugrundeliegende Rhythmus und die leuchtenden Farbkontraste bestimmen die Komposition. Vergleichbar ist es in seiner formalen Konsequenz mit zeitgleich entstandenen Blättern wie „Figur und kleines Fabeltier“ (Firmenich 400, Clemens Sels Museum Neuss) und „Gelbweiße Kuh vor Häusern“ (Firmenich 402, Kunstmuseum Bonn).
Die Gouache ist eine Rarität von musealem Rang, die in dieser Qualität nur äußerst selten auf dem Kunstmarkt angeboten wird.WerkverzeichnisFirmenich 399ProvenienzNachlass des Künstlers; bis heute im Besitz der Familie CampendonkAusstellungKrefeld 1975 (Haus Greiffenhorst), Heinrich Campendonk Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte, Kat. Nr. 27; Bonn/Krefeld/Wuppertal 1979 (Städtisches Kunstmuseum/Kaiser Wilhelm Museum/Von der Heydt-Museum), Die Rheinischen Expressionisten - August Macke und seine Malerfreunde, S. 85, 411, Kat. Nr. 15 mit Abb.; Dauerleihgabe Museum Penzberg, Sammlung Campendonk 2016-2023

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