Auktionsarchiv: Los-Nr. 240

Großer Teppich von Otto Eckmann Wolle in

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 240

Großer Teppich von Otto Eckmann Wolle in

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

Großer Teppich von Otto Eckmann Wolle in vier verschiedenen Farben, hochflorig geknüpft. Auf amethystfarbenem Fond ein Rahmen aus dunkelblauen Jugendstil-Ranken, gefüllt mit ockerfarbenen und beigen amorphen Strukturen. Mitte oben das falsche Signet van de Veldes. Rückseitig eine Ecke mit eingewebter Nr. "088". Leicht verfleckt, wenige Löcher, Flor partiell reduziert, einige Stellen ausgefärbt. 546 cm x 393 cm. Geknüpft bei den Vereinigten-Smyrna-Teppich-Fabriken Berlin, vor 1902. Provenienz Vertrieben durch das Hohenzollern-Kunstgewerbe-Haus, H. Hirschwald, Berlin Leipziger Straße. Literatur Deutsche Kunst und Dekoration, Heft IV/1900, S. 329., ein gleicher Teppich. Nach der Aussage von Dr. Helmut Reuter gibt es zwei weitere Farbstellungen: in Rot und Blau mit den Maßen ca. 400 cm x 300 cm und in Grün und Purpur in den Maßen ca. 450 cm x 350 cm. Im Gegensatz zur englischen Wohnkultur um 1900, wo Teppiche mit zeitgenössischen Entwürfen passend zum Mobiliar und den Einrichtungsgegenständen bestellt wurden, war das im wilhelminischen Deutschland nicht der Fall. Selbst wenn die Möbel aus einer der avantgardistischen deutschen Werkstätten kamen, so lagen auf dem Boden in der Regel orientalische, meist persische Teppiche. Das änderte sich erst sehr allmählich nach 1900, nicht zuletzt durch das Wirken van de Veldes, der auch bei den Vereinigen Smyrna-Teppich-Fabriken fertigen ließ. Den Durchbruch des modernen Teppich auf dem deutschen Markt erzielte van de Velde allerdings mit der Kokosmatte Tunis, die August Bosse in Weimar ab 1904 produzierte. Kurz danach kamen seine maschinell gefertigten Bodenbeläge mit den modernen Dekoren, welche bis heute unsere Einrichtung determinieren. So revolutionär die Bodenbelagentwürfe Eckmanns in seiner Zeit auch waren, sie konnten nicht den Geschmack eines größeren Zielpublikums treffen. Der Teppich nach einem Dekorationsentwurf von Otto Eckmann wurde nur in wenigen Exemplaren produziert, insgesamt nicht mehr als zwei Dutzend Mal in drei verschiedenen Farbstellungen. Im Gegensatz dazu wurde der berühmte Wandteppich Eckmanns, die "Fünf Schwäne" (zuletzt verst. Lempertz Auktion 1039, November 2014, Lot 947), ungefähr hundertmal in Scherrebek gewebt - ein großer finanzieller Erfolg.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 240
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Großer Teppich von Otto Eckmann Wolle in vier verschiedenen Farben, hochflorig geknüpft. Auf amethystfarbenem Fond ein Rahmen aus dunkelblauen Jugendstil-Ranken, gefüllt mit ockerfarbenen und beigen amorphen Strukturen. Mitte oben das falsche Signet van de Veldes. Rückseitig eine Ecke mit eingewebter Nr. "088". Leicht verfleckt, wenige Löcher, Flor partiell reduziert, einige Stellen ausgefärbt. 546 cm x 393 cm. Geknüpft bei den Vereinigten-Smyrna-Teppich-Fabriken Berlin, vor 1902. Provenienz Vertrieben durch das Hohenzollern-Kunstgewerbe-Haus, H. Hirschwald, Berlin Leipziger Straße. Literatur Deutsche Kunst und Dekoration, Heft IV/1900, S. 329., ein gleicher Teppich. Nach der Aussage von Dr. Helmut Reuter gibt es zwei weitere Farbstellungen: in Rot und Blau mit den Maßen ca. 400 cm x 300 cm und in Grün und Purpur in den Maßen ca. 450 cm x 350 cm. Im Gegensatz zur englischen Wohnkultur um 1900, wo Teppiche mit zeitgenössischen Entwürfen passend zum Mobiliar und den Einrichtungsgegenständen bestellt wurden, war das im wilhelminischen Deutschland nicht der Fall. Selbst wenn die Möbel aus einer der avantgardistischen deutschen Werkstätten kamen, so lagen auf dem Boden in der Regel orientalische, meist persische Teppiche. Das änderte sich erst sehr allmählich nach 1900, nicht zuletzt durch das Wirken van de Veldes, der auch bei den Vereinigen Smyrna-Teppich-Fabriken fertigen ließ. Den Durchbruch des modernen Teppich auf dem deutschen Markt erzielte van de Velde allerdings mit der Kokosmatte Tunis, die August Bosse in Weimar ab 1904 produzierte. Kurz danach kamen seine maschinell gefertigten Bodenbeläge mit den modernen Dekoren, welche bis heute unsere Einrichtung determinieren. So revolutionär die Bodenbelagentwürfe Eckmanns in seiner Zeit auch waren, sie konnten nicht den Geschmack eines größeren Zielpublikums treffen. Der Teppich nach einem Dekorationsentwurf von Otto Eckmann wurde nur in wenigen Exemplaren produziert, insgesamt nicht mehr als zwei Dutzend Mal in drei verschiedenen Farbstellungen. Im Gegensatz dazu wurde der berühmte Wandteppich Eckmanns, die "Fünf Schwäne" (zuletzt verst. Lempertz Auktion 1039, November 2014, Lot 947), ungefähr hundertmal in Scherrebek gewebt - ein großer finanzieller Erfolg.

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