Gieseking, Walter, Klaviervirtuose, spielte Uraufführungen von Werken Poulencs, Pfitzners, Hindemiths u. a. (1895-1956). 2 eigh. Briefe m. U. "Walter Gieseking". Zus 3 1 / 2 S. Quer-gr. 8vo und gr. 4to. Wiesbaden 6.IX.1943 und 6.VI.1944. An den ihm befreundeten deutschen Botschafter in Madrid und dessen Frau. Ausführlich über seine ausgedehnten Gastspielreisen in halb Europa, die erstaunlicherweise mitten im "totalen Krieg" stattfinden konnten. "... war ich in den letzten Monaten durchaus nicht ohne Beschäftigung. Zu dieser gehörte auch ein recht arbeitsreicher, aber sehr erfreulich verlaufener Kursus in der Schweiz ..., der in Verbindung mit einer schönen Schubertwoche in schöner künstlerischer Atmosphäre stattfand und die erfreuliche Folge hatte, dass wir alle fast 3 Wochen Ferien in der Schweiz machen konnten. Für mich waren es allerdings etwas gestörte Ferien, weil ich 9 Konzerte, davon 6 mit Erläuterungen, zu spielen hatte. Vorige Woche war ich schon wieder in Luzern zu einem Festspielkonzert, nächste Woche fliege ich nach Finnland, sozusagen auf 'Dienstreise', denn es wird sehr gewünscht, dass ich den Verbündeten in Helsinki mal was vorspiele ...". Die kommende Saison werde ihm wieder weite Reisen bringen, "und wir hoffen ja auch, heil zu bleiben, trotzdem ja manche Nächte reichlich viel Flugverkehr auch in dieser Gegend ist [6.IX.1943] ... Ihre Freundlichkeit hat uns den Aufenthalt in Madrid so angenehm gemacht und mir meine Arbeit sehr erleichtert ... Das letzte Konzert in Barcelona verlief auch noch sehr gut ... Am folgenden Tag flogen wir unter einigen vorsichtigen Umwegen und nach einem Aufenthalt in Nîmes, bis die Luft wieder rein war, nach Stuttgart und kamen auf diese Weise heil zu Hause an. Es geschah dann das Unwahrscheinliche, dass neue Pässe mit allen notwenigen Garnituren rechtzeitig für die Budapester Reise eintrafen und wir dort somit pünktlich erschienen. Es wurden dann noch ein weiteres Konzert und eine Radioaufnahme arrangiert, dadurch blieben wir einige Tage länger in Budapest und wurden auch nicht nennenswert durch Alarme gestört. In Budapest ist man sonst ziemlich nervös und befürchtet gleich immer schlimme Luftangriffe. Da sind wir besser trainiert ...". Ferner über sein nächstes Programm in der Schweiz und die erwarteten "vielen Reisen" in der Saison 1944/45 (!). - Gelocht; kleine Defekte und Knitterspuren.
Gieseking, Walter, Klaviervirtuose, spielte Uraufführungen von Werken Poulencs, Pfitzners, Hindemiths u. a. (1895-1956). 2 eigh. Briefe m. U. "Walter Gieseking". Zus 3 1 / 2 S. Quer-gr. 8vo und gr. 4to. Wiesbaden 6.IX.1943 und 6.VI.1944. An den ihm befreundeten deutschen Botschafter in Madrid und dessen Frau. Ausführlich über seine ausgedehnten Gastspielreisen in halb Europa, die erstaunlicherweise mitten im "totalen Krieg" stattfinden konnten. "... war ich in den letzten Monaten durchaus nicht ohne Beschäftigung. Zu dieser gehörte auch ein recht arbeitsreicher, aber sehr erfreulich verlaufener Kursus in der Schweiz ..., der in Verbindung mit einer schönen Schubertwoche in schöner künstlerischer Atmosphäre stattfand und die erfreuliche Folge hatte, dass wir alle fast 3 Wochen Ferien in der Schweiz machen konnten. Für mich waren es allerdings etwas gestörte Ferien, weil ich 9 Konzerte, davon 6 mit Erläuterungen, zu spielen hatte. Vorige Woche war ich schon wieder in Luzern zu einem Festspielkonzert, nächste Woche fliege ich nach Finnland, sozusagen auf 'Dienstreise', denn es wird sehr gewünscht, dass ich den Verbündeten in Helsinki mal was vorspiele ...". Die kommende Saison werde ihm wieder weite Reisen bringen, "und wir hoffen ja auch, heil zu bleiben, trotzdem ja manche Nächte reichlich viel Flugverkehr auch in dieser Gegend ist [6.IX.1943] ... Ihre Freundlichkeit hat uns den Aufenthalt in Madrid so angenehm gemacht und mir meine Arbeit sehr erleichtert ... Das letzte Konzert in Barcelona verlief auch noch sehr gut ... Am folgenden Tag flogen wir unter einigen vorsichtigen Umwegen und nach einem Aufenthalt in Nîmes, bis die Luft wieder rein war, nach Stuttgart und kamen auf diese Weise heil zu Hause an. Es geschah dann das Unwahrscheinliche, dass neue Pässe mit allen notwenigen Garnituren rechtzeitig für die Budapester Reise eintrafen und wir dort somit pünktlich erschienen. Es wurden dann noch ein weiteres Konzert und eine Radioaufnahme arrangiert, dadurch blieben wir einige Tage länger in Budapest und wurden auch nicht nennenswert durch Alarme gestört. In Budapest ist man sonst ziemlich nervös und befürchtet gleich immer schlimme Luftangriffe. Da sind wir besser trainiert ...". Ferner über sein nächstes Programm in der Schweiz und die erwarteten "vielen Reisen" in der Saison 1944/45 (!). - Gelocht; kleine Defekte und Knitterspuren.
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