Auktionsarchiv: Los-Nr. 517

Shunsho, Katsukawa

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 517

Shunsho, Katsukawa

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

Gautama Buddha als Prostituierte auf einem Wolkenelefanten Shunsho, Katsukawa. Die Kurtisane von Eguchi. Japanische Malerei in goldgehöhten Gouachefarben auf Seide. Format: Dai Oban (45,5 x 31,5 cm). Als Rollbild in Brokatseidenrahmen auf Trägerpapier (ca. 44 x 120 cm), oben mit einer Holzprofilleiste mit Kordel zur Aufhängung und unten, in der Lasche eingezogen, eine schwere Spindel mit zwei beinernen Endzylinderknöpfen. Japan um 1780. Bedeutende, ikonische Darstellung der japanisch-buddhistischen Mythologie. Das Bild der Kurtisane von Eguchi, die auf einem Elefanten sitzt und eine Schriftrolle in Händen hält, geht zurück auf eine bildnerische Tradition, die zahlreiche Malereien, Drucke, Farbholzschnitte, aber auch Netsuke-Figuren, Elfenbeinplastiken etc. hervorgebracht hat. Kodifiziert zu der hier vorliegenden Darstellung hat es dann der bedeutende japanische Ukiyo-e Künstler der Edo-Periode Katsukawa Shunsho (1726-1793), auf den das Motiv der vorliegende Seidenmalerei direkt zurückgeht. Der Begründer der Katsukawa-Schule schuf das Bild einer auf einem hingelagerten Elefanten sitzenden, überaus prachtvoll gewandeten Bijin, einer jungen Kurtisane, mit reich besticktem Kimono. Der Elefant hat sich gemütlich in einem Halbkreis niedergelassen und bildet eine Art Wolkenbank für die Kurtisane, sein Kopf, Rüssel und die langen spitzen Stoßzähne sind nach Links gerichtet, das Mädchen sitzt auf seinem Nacken, ihre weiten Gewänder wallen an dem Pachydermen hinunter. Die Kurtisane selbst ist vertieft in die Sutras, die Lehrreden Buddhas. Da der Sitz auf einem Elefanten in der Ikonographie stets dem Siddhartha Gautama vorbehalten war, wird die Darstellung als Allegorie gedeutet. Bei der Kurtisane von Eguchi handelt es sich um die Prostituierte Tae aus dem zwölften Jahrhundert, die im Eguchi, dem verbotenen Viertel in Osaka, lebte. Es geht die Legende, dass einst der Wandermönch Saigyo (1118-1190) in einer regnerischen Nacht auf dem Rückweg zu seinem Tempel in ihrem Bordell Zuflucht nehmen musste und sich mit ihr unterhielt. Dieser Dialog wurde als Kommentar zur buddhistischen Metaphysik angesehen. In der Edo-Zeit war es üblich geworden, parodistische Versionen von Tae als Inkarnation des Bodhisattva Fugen (Sanskrit: Samanthabhadra) zu schaffen, der gewöhnlich auf einem Elefanten, seinem heiligen Gefährt, reitend dargestellt wird. Indem Shunsho den Bodhisattva in der Gestalt einer Prostituierten darstellt, demonstriert er das buddhistische Konzept, dass Erscheinungen unwirklich sind und dass es keinen grundlegenden Unterschied zwischen Heiligkeit und Sündhaftigkeit gibt. Das wohl bedeutendeste Bild der Kurtisane von Eguchi wird heute im Metropolitan Museum of Art in New York aufbewahrt. Unser Rollbild scheint in direktem Bezug zu der Vorlage von Katsukawa Sunsho zu stehen, die Ähnlichkeiten sind frappierend, wenn auch etwa der Kimono der Tae völlig anders ornamentiert ist. Tatsächlich sind Darstellungen der Kurtisane von Eguchi als originale Seidenmalereien bemerkenswert selten. Das vorliegende Blatt ist weder betitelt oder signiert noch datiert, auch fehlt ein Hanko, so dass die Vermutung, es handele sich möglicherweise noch um eine frühere Darstellung durchaus geäußert werden darf. Dafür spräche auch die Brokatrahmung, die Papierqualität etc., allerdings müssten hier wissenschaftliche Untersuchungen einsetzen. – Gebräunt, mit Rollspuren, aber nur wenigen stärkeren Knicken, vereinzelten Oberflächenläsuren (mit hier und da winzigen Löchlein im seidenen Malgrund, teils etwas Oberflächenberieb), vereinzelt ganz leicht fleckig, die Farben teils minimal verwischt oder berieben, auch die überall aufgetragenen Goldhöhungen und der Flockengoldgrund ist weitgehend abgerieben, dennoch aber deutlich sichtbar und im Streiflicht schimmernd. Das Seidenbild ist damit von insgesamt guter Erhaltung, der Rahmen aus verschiedenen, auf das Trägerpapier aufmontierten Brokatstücken ist teils stärker lädiert, mit größeren Fehlstellen, Abrieb, Flecken, Bräunun

Auktionsarchiv: Los-Nr. 517
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Gautama Buddha als Prostituierte auf einem Wolkenelefanten Shunsho, Katsukawa. Die Kurtisane von Eguchi. Japanische Malerei in goldgehöhten Gouachefarben auf Seide. Format: Dai Oban (45,5 x 31,5 cm). Als Rollbild in Brokatseidenrahmen auf Trägerpapier (ca. 44 x 120 cm), oben mit einer Holzprofilleiste mit Kordel zur Aufhängung und unten, in der Lasche eingezogen, eine schwere Spindel mit zwei beinernen Endzylinderknöpfen. Japan um 1780. Bedeutende, ikonische Darstellung der japanisch-buddhistischen Mythologie. Das Bild der Kurtisane von Eguchi, die auf einem Elefanten sitzt und eine Schriftrolle in Händen hält, geht zurück auf eine bildnerische Tradition, die zahlreiche Malereien, Drucke, Farbholzschnitte, aber auch Netsuke-Figuren, Elfenbeinplastiken etc. hervorgebracht hat. Kodifiziert zu der hier vorliegenden Darstellung hat es dann der bedeutende japanische Ukiyo-e Künstler der Edo-Periode Katsukawa Shunsho (1726-1793), auf den das Motiv der vorliegende Seidenmalerei direkt zurückgeht. Der Begründer der Katsukawa-Schule schuf das Bild einer auf einem hingelagerten Elefanten sitzenden, überaus prachtvoll gewandeten Bijin, einer jungen Kurtisane, mit reich besticktem Kimono. Der Elefant hat sich gemütlich in einem Halbkreis niedergelassen und bildet eine Art Wolkenbank für die Kurtisane, sein Kopf, Rüssel und die langen spitzen Stoßzähne sind nach Links gerichtet, das Mädchen sitzt auf seinem Nacken, ihre weiten Gewänder wallen an dem Pachydermen hinunter. Die Kurtisane selbst ist vertieft in die Sutras, die Lehrreden Buddhas. Da der Sitz auf einem Elefanten in der Ikonographie stets dem Siddhartha Gautama vorbehalten war, wird die Darstellung als Allegorie gedeutet. Bei der Kurtisane von Eguchi handelt es sich um die Prostituierte Tae aus dem zwölften Jahrhundert, die im Eguchi, dem verbotenen Viertel in Osaka, lebte. Es geht die Legende, dass einst der Wandermönch Saigyo (1118-1190) in einer regnerischen Nacht auf dem Rückweg zu seinem Tempel in ihrem Bordell Zuflucht nehmen musste und sich mit ihr unterhielt. Dieser Dialog wurde als Kommentar zur buddhistischen Metaphysik angesehen. In der Edo-Zeit war es üblich geworden, parodistische Versionen von Tae als Inkarnation des Bodhisattva Fugen (Sanskrit: Samanthabhadra) zu schaffen, der gewöhnlich auf einem Elefanten, seinem heiligen Gefährt, reitend dargestellt wird. Indem Shunsho den Bodhisattva in der Gestalt einer Prostituierten darstellt, demonstriert er das buddhistische Konzept, dass Erscheinungen unwirklich sind und dass es keinen grundlegenden Unterschied zwischen Heiligkeit und Sündhaftigkeit gibt. Das wohl bedeutendeste Bild der Kurtisane von Eguchi wird heute im Metropolitan Museum of Art in New York aufbewahrt. Unser Rollbild scheint in direktem Bezug zu der Vorlage von Katsukawa Sunsho zu stehen, die Ähnlichkeiten sind frappierend, wenn auch etwa der Kimono der Tae völlig anders ornamentiert ist. Tatsächlich sind Darstellungen der Kurtisane von Eguchi als originale Seidenmalereien bemerkenswert selten. Das vorliegende Blatt ist weder betitelt oder signiert noch datiert, auch fehlt ein Hanko, so dass die Vermutung, es handele sich möglicherweise noch um eine frühere Darstellung durchaus geäußert werden darf. Dafür spräche auch die Brokatrahmung, die Papierqualität etc., allerdings müssten hier wissenschaftliche Untersuchungen einsetzen. – Gebräunt, mit Rollspuren, aber nur wenigen stärkeren Knicken, vereinzelten Oberflächenläsuren (mit hier und da winzigen Löchlein im seidenen Malgrund, teils etwas Oberflächenberieb), vereinzelt ganz leicht fleckig, die Farben teils minimal verwischt oder berieben, auch die überall aufgetragenen Goldhöhungen und der Flockengoldgrund ist weitgehend abgerieben, dennoch aber deutlich sichtbar und im Streiflicht schimmernd. Das Seidenbild ist damit von insgesamt guter Erhaltung, der Rahmen aus verschiedenen, auf das Trägerpapier aufmontierten Brokatstücken ist teils stärker lädiert, mit größeren Fehlstellen, Abrieb, Flecken, Bräunun

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