Auktionsarchiv: Los-Nr. 3

Frankreich – Fischer, Christian Gabriel

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 3

Frankreich – Fischer, Christian Gabriel

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

Hrn. Nathanael Jacob Gerlach Siebende Reise von Paris durch Orleans, Nantes, Bourdeaux, Toulouse, Toulon und Marseille über die See bis Genua, mit allerhand Anmerckungen beschrieben durch Christian Gabriel Fischer. vom 27. Aug. 1729 bis den 25. Nov. ej:ai: Deutsche Handschrift auf Papier, 1729. Mit 20 teils gefalteten und beidseitig illustrierten Tafeln und ca. 75 Randzeichnungen in Tusche und Aquarell. Titel in Rot und Schwarz, 160 handschriftlich nummerierte S., 6 Bl. (Register). 38 x 25 cm. Kalbslederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (“Itinerarium Gerlach Fischeranum, Tom. VII”) und reicher Rückenvergoldung (Rücken unter Verwendung des Originalbezuges restauriert).
Poggendorff I, 749 und ADB 7, 49ff. (beide zu Christian Gabriel Fischer) – Albert Predeek, Bibliotheksbesuche eines gelehrten Reisenden im Anfange des 18. Jahrhunderts, Seiten 221-265; 343-354 und 393-407 (in: Zentralblatt für Bibliothekswesen, 45. Jahrgang, 1928). – Christian Gabriel Fischer (1686-1751) studierte in Königsberg und Rostock Theologie, habilitierte sich, nachdem er in Jena 1710 den Magistergrad erworben hatte, 1711 als Docent der Philosophie in Königsberg, wo er 1715 außerordentlicher Professor der Physik wurde. 1725 wurde er wegen einer Publikation zur Neuorganisation der Königsbergischen Akademie im Sinne der Wolffschen Philosophie seines Amtes enthoben und musste nach Danzig emigrieren. In den folgenden Jahren unternahm er zwei große Reisen, die er in Tagebüchern genauestens protokollierte. Die erste Reise, die von 1727-1731 dauerte, führte ihn, zusammen mit Nathanael Jakob Gerlach, dem Pflegesohn des bekannten Danziger Naturwissenschaftlers Jakob Theodor Klein durch Deutschland, Italien, Frankreich, Holland und England. Vorliegende Schrift bildet den VII. Band des Reiseberichtes, der insgesamt 12 Bände umfasst. – “Wohlausgestattet mit Geldmitteln und versehen mit guten Empfehlungen war Fischer in der angenehmen Lage die sehenswerten Städte zu besuchen und Zutritt bei den angesehensten Gelehrten zu finden. In Leipzig z. B. führt ihn Gottsched in die gelehrten Zirkel ein; in Marburg macht er seinem Meister und Schicksalsgenossen Christian Wolff seine Aufwartung; in Leiden hört er die Vorlesungen von Boerhaave und Albinus; in London macht er Bekanntschaft von Sloane und Dillenius; in Paris finden wir ihn bei den Akademikern Fontanelle, Jussieu und Réaumur, bei den berühmten Ordensgelehrten Tournemine und Montfaucon, in Italien bei Muratori und Maffei, in Zürich bei Scheuchzer und dem damals noch jungen Gesner und in Basel bei dem berühmten Mathematiker Johannes Bernoulli. … Seine Wißbegier gilt vornehmlich der Erweiterung der naturwissenschaftlichen Kenntnisse; dazu dienen ihm die Besuche in Bibliotheken, Museen und Kabinetten, die Inaugenscheinnahme von Bauwerken und technischen Einrichtungen, von Maschinen und Modellen. … Auf der vierjährigen ersten Reise besuchte Fischer an die 100 Bibliotheken, in Deutschland allein ein halbes Hundert und in dem damals mit Bibliotheken so reich gesegneten Paris nicht weniger als zwei Dutzend. Die Berichte sind zwar keineswegs von systematischer Vollständigkeit; sie verweilen manchmal bei Nebensächlichkeiten oder gehen mit wenigen Bemerkungen über wesentliche Dinge hinweg; aber sie bringem im allgemeinen stets Einzelheiten, die den erfahrenen und kritischen Bücherkenner zeigen”. (Predeek a.a.O. Seite 226-227). – Der vorliegende Band behandelt die Reisestrecke von Paris über Orleans, Tours, Nantes, Rochelles, Charente, Bordeaux, Gironde, Montauban nach Toulouse, von dort nach Montpellier, Avignon, Aix, Marseille und Toulon und zurück über Aix nach Frejus, Cannes, Monaco weiter bis nach Genua. Mit zahlreichen Zeichnungen des Autors illustriert, meist zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen sowie zahlreichen Architekturskizzen (u.a. Fähre über die Loire, Kellerverlies in Angers, Spießbratenwender mit Hundebetrieb, Bassin zum Kriegs-Schiffbau, Schöpfwerk durch Pferde u.v.m.). Mit einem umfangreichen und detaillierten Inhaltsverzeichnis mit Namens-, Orts- und Sachregister in einem Alphabet. – Gedrucktes Etikett “Donum Gerlachianum” auf vorderen Spiegel montiert. Die 12 Bände gingen laut Predeek (Anmerkung S. 225) nach dem Tode Fischers in den Besitz von Gerlach über und wurden von diesem der Bibliothek der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig vermacht. Nach unserer Recherche besitzt die Bremer Universitäts- und Staatsbibliothek Band VI, die Bände I-II-IV-V-VIII sind im Bestandsverzeichnis der Biblioteki Politechniki in Gdansk aufgeführt. – Wenige Blatt fleckig, Tafeln vereinzelt etwas gebräunt, teilweise im weißen Rand schwach wasserrandig. Insgesamt schönes breitra

Auktionsarchiv: Los-Nr. 3
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Hrn. Nathanael Jacob Gerlach Siebende Reise von Paris durch Orleans, Nantes, Bourdeaux, Toulouse, Toulon und Marseille über die See bis Genua, mit allerhand Anmerckungen beschrieben durch Christian Gabriel Fischer. vom 27. Aug. 1729 bis den 25. Nov. ej:ai: Deutsche Handschrift auf Papier, 1729. Mit 20 teils gefalteten und beidseitig illustrierten Tafeln und ca. 75 Randzeichnungen in Tusche und Aquarell. Titel in Rot und Schwarz, 160 handschriftlich nummerierte S., 6 Bl. (Register). 38 x 25 cm. Kalbslederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (“Itinerarium Gerlach Fischeranum, Tom. VII”) und reicher Rückenvergoldung (Rücken unter Verwendung des Originalbezuges restauriert).
Poggendorff I, 749 und ADB 7, 49ff. (beide zu Christian Gabriel Fischer) – Albert Predeek, Bibliotheksbesuche eines gelehrten Reisenden im Anfange des 18. Jahrhunderts, Seiten 221-265; 343-354 und 393-407 (in: Zentralblatt für Bibliothekswesen, 45. Jahrgang, 1928). – Christian Gabriel Fischer (1686-1751) studierte in Königsberg und Rostock Theologie, habilitierte sich, nachdem er in Jena 1710 den Magistergrad erworben hatte, 1711 als Docent der Philosophie in Königsberg, wo er 1715 außerordentlicher Professor der Physik wurde. 1725 wurde er wegen einer Publikation zur Neuorganisation der Königsbergischen Akademie im Sinne der Wolffschen Philosophie seines Amtes enthoben und musste nach Danzig emigrieren. In den folgenden Jahren unternahm er zwei große Reisen, die er in Tagebüchern genauestens protokollierte. Die erste Reise, die von 1727-1731 dauerte, führte ihn, zusammen mit Nathanael Jakob Gerlach, dem Pflegesohn des bekannten Danziger Naturwissenschaftlers Jakob Theodor Klein durch Deutschland, Italien, Frankreich, Holland und England. Vorliegende Schrift bildet den VII. Band des Reiseberichtes, der insgesamt 12 Bände umfasst. – “Wohlausgestattet mit Geldmitteln und versehen mit guten Empfehlungen war Fischer in der angenehmen Lage die sehenswerten Städte zu besuchen und Zutritt bei den angesehensten Gelehrten zu finden. In Leipzig z. B. führt ihn Gottsched in die gelehrten Zirkel ein; in Marburg macht er seinem Meister und Schicksalsgenossen Christian Wolff seine Aufwartung; in Leiden hört er die Vorlesungen von Boerhaave und Albinus; in London macht er Bekanntschaft von Sloane und Dillenius; in Paris finden wir ihn bei den Akademikern Fontanelle, Jussieu und Réaumur, bei den berühmten Ordensgelehrten Tournemine und Montfaucon, in Italien bei Muratori und Maffei, in Zürich bei Scheuchzer und dem damals noch jungen Gesner und in Basel bei dem berühmten Mathematiker Johannes Bernoulli. … Seine Wißbegier gilt vornehmlich der Erweiterung der naturwissenschaftlichen Kenntnisse; dazu dienen ihm die Besuche in Bibliotheken, Museen und Kabinetten, die Inaugenscheinnahme von Bauwerken und technischen Einrichtungen, von Maschinen und Modellen. … Auf der vierjährigen ersten Reise besuchte Fischer an die 100 Bibliotheken, in Deutschland allein ein halbes Hundert und in dem damals mit Bibliotheken so reich gesegneten Paris nicht weniger als zwei Dutzend. Die Berichte sind zwar keineswegs von systematischer Vollständigkeit; sie verweilen manchmal bei Nebensächlichkeiten oder gehen mit wenigen Bemerkungen über wesentliche Dinge hinweg; aber sie bringem im allgemeinen stets Einzelheiten, die den erfahrenen und kritischen Bücherkenner zeigen”. (Predeek a.a.O. Seite 226-227). – Der vorliegende Band behandelt die Reisestrecke von Paris über Orleans, Tours, Nantes, Rochelles, Charente, Bordeaux, Gironde, Montauban nach Toulouse, von dort nach Montpellier, Avignon, Aix, Marseille und Toulon und zurück über Aix nach Frejus, Cannes, Monaco weiter bis nach Genua. Mit zahlreichen Zeichnungen des Autors illustriert, meist zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen sowie zahlreichen Architekturskizzen (u.a. Fähre über die Loire, Kellerverlies in Angers, Spießbratenwender mit Hundebetrieb, Bassin zum Kriegs-Schiffbau, Schöpfwerk durch Pferde u.v.m.). Mit einem umfangreichen und detaillierten Inhaltsverzeichnis mit Namens-, Orts- und Sachregister in einem Alphabet. – Gedrucktes Etikett “Donum Gerlachianum” auf vorderen Spiegel montiert. Die 12 Bände gingen laut Predeek (Anmerkung S. 225) nach dem Tode Fischers in den Besitz von Gerlach über und wurden von diesem der Bibliothek der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig vermacht. Nach unserer Recherche besitzt die Bremer Universitäts- und Staatsbibliothek Band VI, die Bände I-II-IV-V-VIII sind im Bestandsverzeichnis der Biblioteki Politechniki in Gdansk aufgeführt. – Wenige Blatt fleckig, Tafeln vereinzelt etwas gebräunt, teilweise im weißen Rand schwach wasserrandig. Insgesamt schönes breitra

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