Auktionsarchiv: Los-Nr. 59

Bei den Yoruba, im Südwesten Nigerias

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
Auktionsarchiv: Los-Nr. 59

Bei den Yoruba, im Südwesten Nigerias

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Beschreibung:

Bei den Yoruba, im Südwesten Nigerias, gibt es den Ogboni-Geheimbund, der das soziale und religiöse Leben der Menschen bestimmen kann (auch heute noch!); durch eigene Rechtssprechung, bei Krankenheilungen, durch Wahrsagen usw. Bei der Aufnahme in diesen Ogboni-Geheimbund bekommt jedes neue Mitglied (Männer und Frauen) ein Paar solcher ‘Edan-Stäbe’. Sie stellen einen Mann und eine Frau dar und sind durch Ösen auf ihren Köpfen mit einer dünnen Eisenkette verbunden. Bei Zusammenkünften des Ogboni-Bundes werden diese figuralen Metall-Stäbe von den Teilnehmenden um ihren Hals gehängt und gelten gleichsam als ‘Mitglieds-Ausweis’. Die ‘Edan-Stäbe’ bestehen immer aus einem Eisen-Stab, der unten aus den Figuren herausragt. An diese Eisen-Stäbe werden Kern-Figuren aus Ton modelliert. Über diese Ton-Modelle werden dann genauer ausgeführte Figuren (jeweils ein Mann und eine Frau) aus Gelbguss (Messing) in ‘verlorener Form’ gegossen. Das vorliegende Paar von ‘Edan-Stäben’ ist ganz in originaler, traditioneller Form und Methode gefertigt. Mit den herausragenden Eisen-Stielen unten und der eisernen Ketten-Verbindung oben. Beide Gesichter, im Stil der Region Ijebu, haben stammestypische Narben-Tattoos auf ihren Wangen und tragen Halsreifen und Gürtel. Sie nehmen mit ihren typisch ‘verkleinerten’ Beinen eine hockende Stellung ein. Die Hände des Mannes ruhen auf seinen Oberschenkeln, die Frau hält mit beiden Armen ihre Brüste. Auch diese Haltungen sind charakteristisch für ‘Edan-Stäbe’. Beide Stücke sind stilistisch einwandfrei ‘richtige’ Darstellungen, aber nicht sehr alt (relativ wenig Gebrauchs-Patina. Den Ogboni-Geheimbund gibt es ja auch heute noch). Minimale, winzige Guss-Fehler. Sonst keine wesentlichen Schäden. H: je ca. 23 cm (mit Eisen-Stäben unten). Mitte 20. Jh.. (ME) Provenienz: Österreichische Privatsammlung. Lit.: ‘Der Ogboni-Geheimbund’ von Th. Dobbelmann, Abb. S. 25, 30, Abb. 21, 22, 28; ‘Yoruba. Nine centuries of African Art and Thought’ von H. J. Drewal & John Pemberton III., Abb. 42, 135, 136, 137; ‘Erde und Erz’ von K.-F. Schädler, Abb. 463, 466, 467.

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Bei den Yoruba, im Südwesten Nigerias, gibt es den Ogboni-Geheimbund, der das soziale und religiöse Leben der Menschen bestimmen kann (auch heute noch!); durch eigene Rechtssprechung, bei Krankenheilungen, durch Wahrsagen usw. Bei der Aufnahme in diesen Ogboni-Geheimbund bekommt jedes neue Mitglied (Männer und Frauen) ein Paar solcher ‘Edan-Stäbe’. Sie stellen einen Mann und eine Frau dar und sind durch Ösen auf ihren Köpfen mit einer dünnen Eisenkette verbunden. Bei Zusammenkünften des Ogboni-Bundes werden diese figuralen Metall-Stäbe von den Teilnehmenden um ihren Hals gehängt und gelten gleichsam als ‘Mitglieds-Ausweis’. Die ‘Edan-Stäbe’ bestehen immer aus einem Eisen-Stab, der unten aus den Figuren herausragt. An diese Eisen-Stäbe werden Kern-Figuren aus Ton modelliert. Über diese Ton-Modelle werden dann genauer ausgeführte Figuren (jeweils ein Mann und eine Frau) aus Gelbguss (Messing) in ‘verlorener Form’ gegossen. Das vorliegende Paar von ‘Edan-Stäben’ ist ganz in originaler, traditioneller Form und Methode gefertigt. Mit den herausragenden Eisen-Stielen unten und der eisernen Ketten-Verbindung oben. Beide Gesichter, im Stil der Region Ijebu, haben stammestypische Narben-Tattoos auf ihren Wangen und tragen Halsreifen und Gürtel. Sie nehmen mit ihren typisch ‘verkleinerten’ Beinen eine hockende Stellung ein. Die Hände des Mannes ruhen auf seinen Oberschenkeln, die Frau hält mit beiden Armen ihre Brüste. Auch diese Haltungen sind charakteristisch für ‘Edan-Stäbe’. Beide Stücke sind stilistisch einwandfrei ‘richtige’ Darstellungen, aber nicht sehr alt (relativ wenig Gebrauchs-Patina. Den Ogboni-Geheimbund gibt es ja auch heute noch). Minimale, winzige Guss-Fehler. Sonst keine wesentlichen Schäden. H: je ca. 23 cm (mit Eisen-Stäben unten). Mitte 20. Jh.. (ME) Provenienz: Österreichische Privatsammlung. Lit.: ‘Der Ogboni-Geheimbund’ von Th. Dobbelmann, Abb. S. 25, 30, Abb. 21, 22, 28; ‘Yoruba. Nine centuries of African Art and Thought’ von H. J. Drewal & John Pemberton III., Abb. 42, 135, 136, 137; ‘Erde und Erz’ von K.-F. Schädler, Abb. 463, 466, 467.

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