Bedeutende Deckelvase Porzellan, Emaildekor in famille-verte-Polychromie mit auffälligen schwarzen Akzenten, schwarze und eisenrote Ränderungen. Seltene Form nach japanischem Vorbild mit zugehörigem Deckel und stilisiertem Zapfenknauf. Die Bemalung im Kakiemon-Stil, unterteilt durch drei von blauen und seegrünen Blütenbändern geteilte Segmente: Große Vögel auf blütenbesetzten Ästen, Lochfelsen und Insekten. Um Schulter und Deckel jeweils ein breites Blütenband mit drei kreisförmig stilisierten eisenrot-gelben Vogeldarstellungen. Große gravierte und geschwärzte Schwertermarke mit auffälligen Parierstangen auf abgestrichenem Boden. Zwei Chips am Lippenrand, zirkuläre Brandrisse im Boden, ein kurzer vertikaler in der Wandung. H 33,5, ohne Deckel H 26,1 cm. Meißen, um 1728 - 30, der Dekor entweder Johann Ehrenfried Stadler oder Adam Friedrich von Löwenfinck zuzuschreiben. Literatur Eine gleich bemalte Deckelvase in der häufigeren hexagonalen Form mit Caduceus-Marke in der Sammlung des Rijksmuseum Amsterdam, Inv. BK-17359-A/B (bei den Blaauwen, Meissen Porcelain in the Rijksmuseum, Amsterdam 2000, Nr. 141). Eine weitere Deckelvase dieser Sorte (mit AR-Marke) in der Stiftung Ernst Schneider in Lustheim (bei Weber, Bd. II, München 2013, Nr. 108). Eine ähnliche, nicht ganz so dicht gefüllt dekorierte Deckelvase ohne den Blattkranz um die Schulter (aber mit Palastnummer), gleichfalls hexagonaler Form in der Porzellansammlung Dresden (bei Shono, Japanisches Aritaporzellan im sogenannten Kakiemonstil als Vorbild für die Meißener Porzellanmanufaktur, München 1973, Abb. 58). Eine japanische Vase / Deckeltopf gleicher Form z.B. in der Sammlung Ashmoleon Museum of Art Oxford, Inv.Nr. 1985.49 (bei Impey, Japanese export porcelain, Amsterdam 2002, Nr. 193). Ein gleicher Dekor auch auf dem Walzenkrug ehemals Sammlung Said und Roswitha Marouf (Pietsch, Passion for Meissen, Stuttgart 2010, Nr. 150), erworben auf der Lempertz Auktion 919 am 16. Mai 2008, Lot 59. Ein ähnlicher bizarrer Blumendekor auch auf den beiden Vasen aus einer Berliner Privatsammlung im Kat. Phantastische Welten. Malerei auf Meissener Porzellan und deutschen Fayencen von Adam Friedrich von Löwenfinck 1714 - 1754, Dresden-Stuttgart 2014, Nr. 46. Zu Stadler s. Kat. Triumph der blauen Schwerter, Dresden-Leipzig 2010, Nr. 88 ff. Zu den archivalischen Daten über Stadler und Löwenfinck s. Rückert, Biographische Daten, München 1990, S. 171 f. bzw. S. 194. Johann Ehrenfried Stadler (geboren 1701) wird schon kurz nach Hoeroldts Ankunft in der Manufaktur als Mitglied seiner Malerstube erwähnt. Er entwickelte als erster den Typus der sogenannten "Konturchinoiserien", einen Begriff, der vom Amsterdamer Kurator Abraham L. den Blaauwen eingeführt wurde. Das sind großfigurige, meist zart eisenrot oder schwarz konturierte Figuren mit großen Sonnenschirmen, statischer Haltung und wenigen Attributen, die sich deutlich von den Chinesen Hoeroldts unterscheiden. Durch seine überlieferten Signaturen, das Monogramm "J E S St" auf der 1727 datierten Dresdener Laterne und einer Unterschale wissen wir, dass er auch auf famille verte Dekore spezialisiert war, großblättrige fantasievolle bizarre Blüten, die er mutig von chinesischen Porzellanen kopierte. Adam Friedrich von Löwenfinck (1714 - 1754) wurde im November 1727 auf flehentliches Bitten seiner Eltern als Malerlehrling in der Manufaktur aufgenommen. Zum Zeitpunkt der Bemalung dieser Vase war der begabte junge Mann also erst 14 Jahre alt. Trotz seines jugendlichen Alters prägte er die Dekore der Manufaktur entscheidend. Inspiriert von Stadler erfand er ab 1730, also mit 16 Jahren, einen eigenen Typus der Konturchinoiserien mit überwiegend schwarzen Konturen und lebendiger Physiognomie - zauberhafte Dekore, die allen großen Porzellansammlungen zur Zierde gereichen. Eine Zuschreibung dieser Vase an von Löwenfinck ist in Anbetracht der vergleichbaren Objekte in de
Bedeutende Deckelvase Porzellan, Emaildekor in famille-verte-Polychromie mit auffälligen schwarzen Akzenten, schwarze und eisenrote Ränderungen. Seltene Form nach japanischem Vorbild mit zugehörigem Deckel und stilisiertem Zapfenknauf. Die Bemalung im Kakiemon-Stil, unterteilt durch drei von blauen und seegrünen Blütenbändern geteilte Segmente: Große Vögel auf blütenbesetzten Ästen, Lochfelsen und Insekten. Um Schulter und Deckel jeweils ein breites Blütenband mit drei kreisförmig stilisierten eisenrot-gelben Vogeldarstellungen. Große gravierte und geschwärzte Schwertermarke mit auffälligen Parierstangen auf abgestrichenem Boden. Zwei Chips am Lippenrand, zirkuläre Brandrisse im Boden, ein kurzer vertikaler in der Wandung. H 33,5, ohne Deckel H 26,1 cm. Meißen, um 1728 - 30, der Dekor entweder Johann Ehrenfried Stadler oder Adam Friedrich von Löwenfinck zuzuschreiben. Literatur Eine gleich bemalte Deckelvase in der häufigeren hexagonalen Form mit Caduceus-Marke in der Sammlung des Rijksmuseum Amsterdam, Inv. BK-17359-A/B (bei den Blaauwen, Meissen Porcelain in the Rijksmuseum, Amsterdam 2000, Nr. 141). Eine weitere Deckelvase dieser Sorte (mit AR-Marke) in der Stiftung Ernst Schneider in Lustheim (bei Weber, Bd. II, München 2013, Nr. 108). Eine ähnliche, nicht ganz so dicht gefüllt dekorierte Deckelvase ohne den Blattkranz um die Schulter (aber mit Palastnummer), gleichfalls hexagonaler Form in der Porzellansammlung Dresden (bei Shono, Japanisches Aritaporzellan im sogenannten Kakiemonstil als Vorbild für die Meißener Porzellanmanufaktur, München 1973, Abb. 58). Eine japanische Vase / Deckeltopf gleicher Form z.B. in der Sammlung Ashmoleon Museum of Art Oxford, Inv.Nr. 1985.49 (bei Impey, Japanese export porcelain, Amsterdam 2002, Nr. 193). Ein gleicher Dekor auch auf dem Walzenkrug ehemals Sammlung Said und Roswitha Marouf (Pietsch, Passion for Meissen, Stuttgart 2010, Nr. 150), erworben auf der Lempertz Auktion 919 am 16. Mai 2008, Lot 59. Ein ähnlicher bizarrer Blumendekor auch auf den beiden Vasen aus einer Berliner Privatsammlung im Kat. Phantastische Welten. Malerei auf Meissener Porzellan und deutschen Fayencen von Adam Friedrich von Löwenfinck 1714 - 1754, Dresden-Stuttgart 2014, Nr. 46. Zu Stadler s. Kat. Triumph der blauen Schwerter, Dresden-Leipzig 2010, Nr. 88 ff. Zu den archivalischen Daten über Stadler und Löwenfinck s. Rückert, Biographische Daten, München 1990, S. 171 f. bzw. S. 194. Johann Ehrenfried Stadler (geboren 1701) wird schon kurz nach Hoeroldts Ankunft in der Manufaktur als Mitglied seiner Malerstube erwähnt. Er entwickelte als erster den Typus der sogenannten "Konturchinoiserien", einen Begriff, der vom Amsterdamer Kurator Abraham L. den Blaauwen eingeführt wurde. Das sind großfigurige, meist zart eisenrot oder schwarz konturierte Figuren mit großen Sonnenschirmen, statischer Haltung und wenigen Attributen, die sich deutlich von den Chinesen Hoeroldts unterscheiden. Durch seine überlieferten Signaturen, das Monogramm "J E S St" auf der 1727 datierten Dresdener Laterne und einer Unterschale wissen wir, dass er auch auf famille verte Dekore spezialisiert war, großblättrige fantasievolle bizarre Blüten, die er mutig von chinesischen Porzellanen kopierte. Adam Friedrich von Löwenfinck (1714 - 1754) wurde im November 1727 auf flehentliches Bitten seiner Eltern als Malerlehrling in der Manufaktur aufgenommen. Zum Zeitpunkt der Bemalung dieser Vase war der begabte junge Mann also erst 14 Jahre alt. Trotz seines jugendlichen Alters prägte er die Dekore der Manufaktur entscheidend. Inspiriert von Stadler erfand er ab 1730, also mit 16 Jahren, einen eigenen Typus der Konturchinoiserien mit überwiegend schwarzen Konturen und lebendiger Physiognomie - zauberhafte Dekore, die allen großen Porzellansammlungen zur Zierde gereichen. Eine Zuschreibung dieser Vase an von Löwenfinck ist in Anbetracht der vergleichbaren Objekte in de
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