Antiphonar. - Einzelblatt aus einem Antiphonar auf Pergament mit historisierter Initiale. Ohne Ort (Frankreich, Flandern?), Ende des 14. Jahrhunderts.
(5 mm großes Loch im Oberrand. Außenrand mit Perforationsspuren einer ehemaligen Heftung. Die untere Hälfte des Blattes leicht wellig bzw. knittrig und angeschmutzt. Vereinzelt kleine Bereibungen bzw. Altersspuren.)
Blattgröße: 39,9 x 27,7 cm. Recto und Verso mit je sieben Zeilen in sorgfältiger Textura mit schwarzer Tinte, Rubriken in Rot, unter roten Vierliniensystemen mit Quadratnotation in brauner Tinte; zwei blaue Lombarden mit rotem Rankenwerk. Recto fünf kleine Textzeilen mit den abgekürzten ausgelassenen Gebets- und Gesangstexten in schwarzer gotischer Buchschrift mit rot schattierten Anfangsbuchstaben.
Recto ein im Innenrand die Spalte begleitender Zierstab in Rot und Blau mit Fleuronné. Verso zur ersten Vesper des Festes Antonii Patavini eine dreizeilige historisierte Initiale G. Der Buchstabenkörper in Blau mit weißen Ornamenten auf hellrotem, weiß ornamentiertem Grund. Im Innern auf rautenförmig ziseliertem Goldgrund die Figur des Heiligen Antonius (Abbas!) mit dessen Attributen Schwein, Glocke, Feuer und Abtsstab. Die Bildinitiale eingefasst von einer Goldleiste, an die sich am linken Rand eine die Kolumne begleitende Leiste mit verzierten Feldern in Gold, Blau und Hellrot anschließt. Von dieser ausgehend einfache Ranken in Blau und Hellrot, besetzt mit Weinlaub und Dreiblatt in Blau, Rot und Gold, am unteren Rand auslaufend in ein groteskes geflügeltes Fabelwesen mit Drachenkopf zur einen und Menschenkopf zur anderen Seite. Aus dem Drachenkopf entspringend dünne fadenförmige Ranken mit farbigen Blütenknospen. Ebensolche Fadenranken entspringen dem Maul eines geflügelten Fabelwesens in der rechten oberen Blattecke.
Zum Inhalt: Das Blatt beginnt recto mit den Laudes zum Fest Inventio Crucis „[Helena sancta] dixit ad iudam“ und endet unten mit der Rubrik zum Fest Joannis Port. Lat., welches verso durch die Antiphon „In ferventis olei dolium missus“ repräsentiert wird. Es folgt die Antiphon zur ersten Vesper des Festes Antonii Patavini „(G)audeat ecclesia quam indefunctorum sponsus“, das durch die oben beschriebene G-Initiale hervorgehoben wird.
Bemerkenswert an unserem Manuskript ist, dass das Fest des Heiligen Antonius von Padua („I[n] festo s[anct]i anthonii [con] f[ratris]“) hier durch die Darstellung des Heiligen Antonius Abbas, der als Vater des christlichen Mönchtums gilt, und nicht wie zu erwarten durch den Heiligen Antonius von Padua repräsentiert wird. Dieser wird in frühen Darstellungen auf einem Buch sitzend oder mit einer Flamme in der Hand, erst seit dem 16. Jahrhundert mit dem Jesuskind dargestellt.
Die besondere Hervorhebung des Festes Antonii Patavini deutet darauf hin, dass das vorliegende Blatt aus dem Sanctorale eines Antiphonars stammt, welches für eine franziskanische Ordensgemeinschaft hergestellt wurde. Schrift und Illustration weisen auf eine Entstehung in der zweiten Hälfte oder gegen Ende des 14. Jahrhunderts hin.
Antiphonar. - Einzelblatt aus einem Antiphonar auf Pergament mit historisierter Initiale. Ohne Ort (Frankreich, Flandern?), Ende des 14. Jahrhunderts.
(5 mm großes Loch im Oberrand. Außenrand mit Perforationsspuren einer ehemaligen Heftung. Die untere Hälfte des Blattes leicht wellig bzw. knittrig und angeschmutzt. Vereinzelt kleine Bereibungen bzw. Altersspuren.)
Blattgröße: 39,9 x 27,7 cm. Recto und Verso mit je sieben Zeilen in sorgfältiger Textura mit schwarzer Tinte, Rubriken in Rot, unter roten Vierliniensystemen mit Quadratnotation in brauner Tinte; zwei blaue Lombarden mit rotem Rankenwerk. Recto fünf kleine Textzeilen mit den abgekürzten ausgelassenen Gebets- und Gesangstexten in schwarzer gotischer Buchschrift mit rot schattierten Anfangsbuchstaben.
Recto ein im Innenrand die Spalte begleitender Zierstab in Rot und Blau mit Fleuronné. Verso zur ersten Vesper des Festes Antonii Patavini eine dreizeilige historisierte Initiale G. Der Buchstabenkörper in Blau mit weißen Ornamenten auf hellrotem, weiß ornamentiertem Grund. Im Innern auf rautenförmig ziseliertem Goldgrund die Figur des Heiligen Antonius (Abbas!) mit dessen Attributen Schwein, Glocke, Feuer und Abtsstab. Die Bildinitiale eingefasst von einer Goldleiste, an die sich am linken Rand eine die Kolumne begleitende Leiste mit verzierten Feldern in Gold, Blau und Hellrot anschließt. Von dieser ausgehend einfache Ranken in Blau und Hellrot, besetzt mit Weinlaub und Dreiblatt in Blau, Rot und Gold, am unteren Rand auslaufend in ein groteskes geflügeltes Fabelwesen mit Drachenkopf zur einen und Menschenkopf zur anderen Seite. Aus dem Drachenkopf entspringend dünne fadenförmige Ranken mit farbigen Blütenknospen. Ebensolche Fadenranken entspringen dem Maul eines geflügelten Fabelwesens in der rechten oberen Blattecke.
Zum Inhalt: Das Blatt beginnt recto mit den Laudes zum Fest Inventio Crucis „[Helena sancta] dixit ad iudam“ und endet unten mit der Rubrik zum Fest Joannis Port. Lat., welches verso durch die Antiphon „In ferventis olei dolium missus“ repräsentiert wird. Es folgt die Antiphon zur ersten Vesper des Festes Antonii Patavini „(G)audeat ecclesia quam indefunctorum sponsus“, das durch die oben beschriebene G-Initiale hervorgehoben wird.
Bemerkenswert an unserem Manuskript ist, dass das Fest des Heiligen Antonius von Padua („I[n] festo s[anct]i anthonii [con] f[ratris]“) hier durch die Darstellung des Heiligen Antonius Abbas, der als Vater des christlichen Mönchtums gilt, und nicht wie zu erwarten durch den Heiligen Antonius von Padua repräsentiert wird. Dieser wird in frühen Darstellungen auf einem Buch sitzend oder mit einer Flamme in der Hand, erst seit dem 16. Jahrhundert mit dem Jesuskind dargestellt.
Die besondere Hervorhebung des Festes Antonii Patavini deutet darauf hin, dass das vorliegende Blatt aus dem Sanctorale eines Antiphonars stammt, welches für eine franziskanische Ordensgemeinschaft hergestellt wurde. Schrift und Illustration weisen auf eine Entstehung in der zweiten Hälfte oder gegen Ende des 14. Jahrhunderts hin.
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