Auktionsarchiv: Los-Nr. 354

Anthropomorphe Maske von herausragender Qualität

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 354

Anthropomorphe Maske von herausragender Qualität

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

Holz, Pigment, Grasfaser, Sockel Eine vergleichbare Maske, die in den frühen 1930er Jahren von einem Missionar in der Uige Region gesammelt wurde, publiziert bei M. L. Felix, 2018, Cat.012 (AHDRC 0016290). Beide Masken tragen die gleiche schopfartige Frisur und sind mit leuchtend indigoblauem Pigment bemalt. Die Zombo sind eine kleine ethnische Gruppe. Ihr Siedlungsgebiet liegt beiderseits des Flusses Inkissi im Grenzland zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Angola. Ihre Nachbarn im Norden sind die Nkanu, im Osten reicht ihr Heimatland bis zu dem Gebiet der Yaka. Die vermutlich älteste Abbildung einer Zombo Maske, in Form einer Farblithographie, stammt aus dem Jahr 1898 und wurde von Frobenius publiziert (Taf. IV, Fig. 40). Die Originalmaske befindet sich im Tropenmuseum Amsterdam und soll vor 1884 gesammelt worden sein. Die erste Photographie von Zombo-Masken wurde 1903 angefertigt. Masken der Zombo sind eng mit der männlichen Initiationsgesellschaft "nlongo" verbunden. Die Initiationsriten ebenfalls "nlongo" oder "nzo longo" genannt, begannen mit der Beschneidung der Knaben (zwischen 20 und 50 an der Zahl und im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren). Nach Heilung der Wunden wurden die Masken geschnitzt und jeder der Initiierten erhielt eine davon. Die Herstellung der Masken, die im Lager erfolgte, muss die Aufgabe eines professionellen Bildhauers gewesen sein, der für die Dauer des "nlongo" angestellt war. Er muss von den jungen Eingeweihten bei der Herstellung der Kostüme und einiger Maskenteile, wie z.B. der Faserbärte, unterstützt worden sein. In der Isolation des abgelegenen Buschlagers lernten die Initianten die moralischen Werte und sozialen Strukturen, die in der Gemeinschaft gelten, und wurden in die religiöse Welt eingeführt. Dieses Leben in Abgeschiedenheit konnte ein bis zwei Jahre dauern. Während dieser Zeit durften sich die jungen Männer ihren Familien nur hinter ihren Masken verborgen zeigen. Sie führten Maskentänze auf, für die sie von den Dorfbwohnern als Gegenleistung Geld und andere Geschenke erhielten. Diese Tänze fanden vermutlich gegen Ende der Seklusionszeit statt, wenn die jungen Männer entgültig das Lager verließen, um die umliegenden Dörfer zu bereisen. Vorliegenden Zombo-Maske gleicht in Funktion und Verwendung dem "mweelu"- Maskentypus, der im Kontext der "mukanda"- Initiationsgesellschaft der Yaka verwendet wurde. Generell läßt sich sagen, daß die künstlerischen Ausdrucksformen der Zombo, insbesondere ihre Masken, stark von den Yaka beeinflußt sind, was vor allem auch in der Historie der beiden ethnischen Gruppen begründet liegt. Denn bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts, nach den "Jaga"- Kriegen, wurden die Zombo "yakaiziert" und dem Kongo Empire eingegliedert. Im späten 18. Jahrhundert erlangten sie ihre Unabhängigkeit zurück, assimilierten nun aber ihrerseits einige Yaka-Gruppen in ihr Reich. Frobenius, Leo, Die Masken und Geheimbünde Afrikas, Halle a.S., 1898, Taf. IV, Fig. 40 Felix, Marc Leo, Congo Masks, New Haven, London, Hong Kong, 2018, p. 92 f., Cat.012 Herreman, Frank & Constantijn Petridis (ed.), Face of the Spirits, Tervuren 1993, p Tribal Art Magazine, 99, Spring 2021, p. 21 (adv. Zemanek-Münster) ADHRC: 0176912
H: 23 cm

Auktionsarchiv: Los-Nr. 354
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Beschreibung:

Holz, Pigment, Grasfaser, Sockel Eine vergleichbare Maske, die in den frühen 1930er Jahren von einem Missionar in der Uige Region gesammelt wurde, publiziert bei M. L. Felix, 2018, Cat.012 (AHDRC 0016290). Beide Masken tragen die gleiche schopfartige Frisur und sind mit leuchtend indigoblauem Pigment bemalt. Die Zombo sind eine kleine ethnische Gruppe. Ihr Siedlungsgebiet liegt beiderseits des Flusses Inkissi im Grenzland zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Angola. Ihre Nachbarn im Norden sind die Nkanu, im Osten reicht ihr Heimatland bis zu dem Gebiet der Yaka. Die vermutlich älteste Abbildung einer Zombo Maske, in Form einer Farblithographie, stammt aus dem Jahr 1898 und wurde von Frobenius publiziert (Taf. IV, Fig. 40). Die Originalmaske befindet sich im Tropenmuseum Amsterdam und soll vor 1884 gesammelt worden sein. Die erste Photographie von Zombo-Masken wurde 1903 angefertigt. Masken der Zombo sind eng mit der männlichen Initiationsgesellschaft "nlongo" verbunden. Die Initiationsriten ebenfalls "nlongo" oder "nzo longo" genannt, begannen mit der Beschneidung der Knaben (zwischen 20 und 50 an der Zahl und im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren). Nach Heilung der Wunden wurden die Masken geschnitzt und jeder der Initiierten erhielt eine davon. Die Herstellung der Masken, die im Lager erfolgte, muss die Aufgabe eines professionellen Bildhauers gewesen sein, der für die Dauer des "nlongo" angestellt war. Er muss von den jungen Eingeweihten bei der Herstellung der Kostüme und einiger Maskenteile, wie z.B. der Faserbärte, unterstützt worden sein. In der Isolation des abgelegenen Buschlagers lernten die Initianten die moralischen Werte und sozialen Strukturen, die in der Gemeinschaft gelten, und wurden in die religiöse Welt eingeführt. Dieses Leben in Abgeschiedenheit konnte ein bis zwei Jahre dauern. Während dieser Zeit durften sich die jungen Männer ihren Familien nur hinter ihren Masken verborgen zeigen. Sie führten Maskentänze auf, für die sie von den Dorfbwohnern als Gegenleistung Geld und andere Geschenke erhielten. Diese Tänze fanden vermutlich gegen Ende der Seklusionszeit statt, wenn die jungen Männer entgültig das Lager verließen, um die umliegenden Dörfer zu bereisen. Vorliegenden Zombo-Maske gleicht in Funktion und Verwendung dem "mweelu"- Maskentypus, der im Kontext der "mukanda"- Initiationsgesellschaft der Yaka verwendet wurde. Generell läßt sich sagen, daß die künstlerischen Ausdrucksformen der Zombo, insbesondere ihre Masken, stark von den Yaka beeinflußt sind, was vor allem auch in der Historie der beiden ethnischen Gruppen begründet liegt. Denn bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts, nach den "Jaga"- Kriegen, wurden die Zombo "yakaiziert" und dem Kongo Empire eingegliedert. Im späten 18. Jahrhundert erlangten sie ihre Unabhängigkeit zurück, assimilierten nun aber ihrerseits einige Yaka-Gruppen in ihr Reich. Frobenius, Leo, Die Masken und Geheimbünde Afrikas, Halle a.S., 1898, Taf. IV, Fig. 40 Felix, Marc Leo, Congo Masks, New Haven, London, Hong Kong, 2018, p. 92 f., Cat.012 Herreman, Frank & Constantijn Petridis (ed.), Face of the Spirits, Tervuren 1993, p Tribal Art Magazine, 99, Spring 2021, p. 21 (adv. Zemanek-Münster) ADHRC: 0176912
H: 23 cm

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